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Beatspoke (Credit BBE Music)

Beatspoke – The Journey Is The Destination – Warmer Soul auf Abwegen

Wenn sich die Kamera des Lebens nicht so richtig scharf stellen lässt, heißt es oftmals: Der Weg ist das Ziel. Manch einer redet dann sogar von Ausflüchten, von verschwommen Visionen und schwammigem Getue. Im Fall von Beatspoke trifft das aber sicherlich nicht zu. Das Duo aus Madrid, das dieser Tage mit dem zweiten Studiowerk ins Rennen geht, weiß genau, was es will – auch wenn der Albumtitel „The Journey Is The Destination“ zunächst anderes vermuten lässt.

Die beiden Verantwortlichen Sarah Gessler und Josh Fontan stellten bereits im Jahr 2008 eindrucksvoll unter Beweis, dass man mit knarzendem Elektro und feinfühligem Soul im Gepäck durchaus zielgerichtet durch die Gegenwart spazieren kann. Mit „The Journey Is The Destination“ schließen die beiden Soundtüftler nun nahtlos an. Der einzige Unterschied: wirkte „No Rush“ seinerzeit noch etwas überdreht und verspielt, beeindruckt das aktuelle Album dieser Tage mit ausgefeilter musikalischer Reife und nachhaltigen Oha-Momenten.

Angefangen vom trippelnden „Seed Of Doubt“ bis hin zum kontrastreichen Synthie-Drama „Fortress“ schält sich eine emotionsgeladene Elektro-Soul-Welle nach der anderen durch die Boxen. Wahlweise von Trompeten, Handclaps, flirrenden Keyboardflächen oder oszillierenden Effekten begleitet, stoßen die neuen Songs des Zweiers in teils hypnotisierende Gefilde vor.

Spätestens wenn sich der sanft beginnende, sich immer weiter in extraterrestrische Soundwelten katapultierende Albumeckpfeiler „Beg & Plead“ während des zweiten Durchlaufs in den Gehörgängen eingenistet hat, steht für Freunde experimenteller Soul-Kost fest: Sarah Gessler und Josh Fontan brauchen kein Ziel. Hier präsentiert sich der Weg als Podest. Und ganz oben thronen eine warme, zwischen Hoffnung und Verzweiflung pendelnde Soul-Stimme, sowie ein Reglerdreher, der sein Handwerk versteht. Aplausos!

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