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K.I.Z (Credit MusikBlog)
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K.I.Z – Live im Zenith, München

Die Berliner K.I.Z. dürften mittlerweile auch Leuten außerhalb der deutschen Hip-Hop-Szene bekannt sein. Derzeit sind sie mit ihrer „Hurra, die Welt geht unter“ – Tour unterwegs, die wegen der großen Nachfrage ins Jahr 2016 verlängert wurde. Gestern war Station das Münchener Zenith, in das aus der TonHalle wegen des Andrangs hochverlegt wurde.

Trotz der deutlich größeren Halle (6.000 statt 2.000 Besucher) ist es knackevoll und nahezu ausverkauft. Auf der Bühne ist ein großer Panzer (das Motiv vom Albumcover) als Attrappe vor dem DJ Pult aufgebaut, daneben überlebensgroße Figuren der Bandmitglieder in grauen Uniformen, dahinter eine riesige Leinwand.

Die Show beginnt mit dem leicht zu schreibenden „Duhastaufdeinenkokaturndeinegeistigbehinderteschwestergeficktmucke“ als Intro, dann kommen Tarek, Nico, Maxim und DJ Sex (aka DJ Craft aka DJ Auge) auf die Bühne und es geht los mit „Urlaub fürs Gehirn“ vom gleichnamigen 2011er Album.

Wie es sich für eine Show diesen Kalibers gehört, wird ordentlich aus allen Kanonen geballert:

Am Ende von „Geld“ ein paar Tausend 50,- DM („Ein Fuffi Deutsche Mark“) Scheine aus der „K.I.Z Fälscherwerkstatt“, die die Konterfeis der Bandmitglieder zeigen. Außerdem mehrfach während der Titel buntes Konfetti sowie spuckendes Feuer.

Zwischen den Titeln immer wieder die berühmten, ironischen K.I.Z Ansagen:

„Mädels, habt ihr Lust, mit uns Flaschen drehen zu spielen? Wer von euch ist über 18? Mit euch nicht, das ist uns zu ekelhaft“ (vor „Ehrenlos“)

„Der Applaus war uns etwas zu euphorisch, können wir einen Jazz-Applaus mit zwei Fingern in die Hand haben?“

„Deswegen widmet sich der nächste Song einem wichtigen Teil der unsrigen Hip-Hop-Kultur, dem Frauenhass.“ (vor „Walpurgisnacht“)

Das Publikum feiert die Band und absolut textsicher jeden Song. Auch der kleine Versuch, die Zuschauer zu dissen („Hier in München, sehe ich mich Bonzenschweinen gegenüber; ihr in München gehört zu den 1% der Bösen; es freut mich ein Teil von euch zu sein, hier kann ich reich sein, ohne schief angeguckt zu werden…“) erntet überwiegend Applaus und nur wenige, zaghafte Pfiffe.

Nach fast 20 Titeln quer durch nahezu alle Alben beenden K.I.Z den Hauptteil mit den Worten „Wie wir merken, seid ihr auch schon etwas müde. Aber wir haben hier mehr erlebt als bei jeder anderen Show.“

Natürlich folgt jedoch nur kurz danach die lautstark geforderte Zugabe mit weiteren Songs und endet mit „Hurra die Welt geht unter“, welches am Ende – nach einem lauten Knall und Licht-aus auf der Bühne – in eine Art „Akustikversion“ von dem bereits seit Konzertmitte geforderten „Hurensohn“ übergeht, das als Interpretation von „We Are The World“ von U.S.A. For Africa dargeboten wird.

Ein sehr bewegender Abschluß, der allen nochmal in Erinnerung ruft, dass hinter den bitterbösen Satiretexten von K.I.Z (und deren Arbeit in Jugendzentren, etc.) die hehre Absicht zur Weltverbesserung steckt. Auch, wenn es nur ein bisschen bringt.

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