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Treetop Flyers – Palomino

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Es gibt sie noch. Bands, die einfach nur spielen wollen. Die auf Rock´n´Roll-Skandale, PR-Maschinerie und sonstiges Extra-Tamtam verzichten. Die Treetop Flyers sind so ein Fall. 2011 gewann die Band aus London einen Nachwuchswettbewerb des Glastonbury Festivals. Auf ihrem Debüt präsentierte sie ein Bündel an Americana und Folk-Rock, wie ihn ihre Generation allenfalls von den Dachboden-Platten ihrer Eltern kennen sollte.

Auf „Palomino“ haben sie die Konstanten des Vorgängers nicht ausgetauscht, auch wenn die Songs sich insgesamt melancholischer geben. Das liegt vermutlich an vielen Ereignissen, die die Treetop Flyers in den vergangenen Jahren überstehen mussten. Die Gruppe ist nach dem Austritt ihres langjährigen Bassisten Matthew Starrit zum Quartett geschrumpft, die Mitglieder hatten mit familiären Problemen zu ringen und zu allem Überfluss ist auch noch ein enger Vertrauter der Band gestorben. All das versucht die Gruppe, auf ihrer neuen Platte zu verarbeiten. Man kann das natürlich psychoanalytisch lesen und hören. Oder sich einfach nur an den schönen Songs erfreuen.

Sänger und Gitarrist Reid Morrison klingt sogar noch eine Dimension markerschütternder als gewohnt und der Sound wirkt trotz kleinerer Besetzung noch voller als auf dem Vorgänger. Die Signatur von Jonathan Wilson, der sonst für Conor Oberst und auch Father John Misty an den Reglern sitzt, ist mittlerweile tatsächlich unverkennbar geworden. Die Americana-Riffs, Westküsten-Gitarren, Country-Ansätze und Folkrock-Ausbrüche vertreiben die bösen Geister, die sich immer wieder in düsteren Piano-Passagen bemerkbar machen.

Auf Gesamtlänge halten sich treibende Stücke (wie „It´s A Shame“) mit akustischer Singer-Songwriter-Pose („St- Andrew´s Cross“) die Waage. Insgesamt sind die Aufnahmen aber eine deutliche Note klassischer geworden als beispielsweise der zeitgenössische Folk-Pop von Half Moon Run. Schnell spürt man, dass die Jungs große Fans von Vintage-Equipement sind und auf ihrem Roadtrip nicht selten Postkarten mit Grüßen an Simon & Garfunkel verschicken.

Es ist nun wirklich nicht so, dass die Songs wie altbackenes Jukebox-Material wirken. Trotzdem ist der konservative Grundgestus von „Palomino“ nicht wegzuleugnen. Wer an dem Gefallen findet, wird diese Band lieben. Alle anderen pendeln hier wohl nur für eine Teilstrecke mit.

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