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My Sound Of Silence (Credit Dock 7 Records)

My Sound Of Silence – Low Velocity Bullets – Tee Trinken – Aussitzen

Wenn My Sound Of Silence tatsächlich so niedergeschlagen sind, wie „Low Velocity Bullets“ anklingen lässt, dann wird es höchste Zeit, dass auch in den skandinavischen Breiten die Tage endlich wieder spürbar länger werden.

Therese Lithner und Helena Andersson aus Umeå in Schweden kumulieren auf ihrem Debütalbum den Geist jenes Sounds, der in den 90ern vielen Underdogs und Außenseitern eine neue Zuflucht und Heimat war. Der Do-It-Yourself-Gedanke wird groß geschrieben, die Lofi-Ästhetik genießt oberste Maxime und die Gefühlslage wird ungeschönt in neun fein gesponnene Songs verpackt.

Dafür reichen dem Duo zwei Gitarren, ihre beiden Stimmen und eine Bassdrum. Ganz folkloristisch eben. Im Opener „Horizon“ schmeichelt zusätzlich eine minimalistische Klaviermelodie der Resignation beim Polarlichter-Gucken. Das ganze Album durchzieht eine Schwerfälligkeit, mit der man ungern ins Wochenende startet. Das gipfelt neben der subtil gebrächlichen Instrumentierung vor allem im brüchigen Gesang der beiden Damen.

Hervorragend reiht sich daher auch das Cover von Nirvanas „Pennyroyal Tea“ in die getrübte Atmosphäre. My Sound Of Silence klingen hier ähnlich kaputt wie die Grunge-Band bei ihrer ikonischen MTV-Unplugged-Show.

Der einzige, winzig kleine Hoffnungsschimmer lässt sich in „Second Fall“ heraus hören. Die wunderschöne Melodie im Chorus gibt die Durchhalteparole “I’ll be waiting all through the days and through the nights” aus.

Mit „Young And I (The Door)“ und seiner entrückten Dream-Pop-Romantik bewirbt sich die Band wiederum als erstbester Support-Act für die nächste Beach House-Tour.

My Sound Of Silence – ein programmatischer Bandname, der hält was er verspricht. Das Ergebnis ist ein Album, das unbedingt der richtigen, fast ausnahmslos graumelierten Stimmung bedarf, damit es sich nicht nur den Phlegmatikern an den Hals wirft.

Aus seinem Loch kommt man mit „Low Velocity Bullets“ zwar nicht, es lässt sich aber bestens darin einrichten und die Dinge bei einer Tasse Tee aussitzen.

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