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Okta Logue (Credit Ben Wolf)

Okta Logue – Diamonds And Despair – Nostalgie adé

Okta Logue, die gebürtig aus Hessen stammende Rockband, hat ihr drittes Studioalbum auf den neugierigen Musikmarkt geschmissen. „Diamonds And Despair“ ist das Ergebnis einer fünfjährigen Bandgeschichte und gleichzeitig ein Statement: Huldigen wir der äußerst entspannten Variante des Psychedelic-Rock, orientieren wir uns dabei an Legenden wie The Doors, Pink Floyd oder Santana.

Das ist gewissermaßen das Mantra – zugegebenermaßen extern auferlegt – der vier Jungs, alle Anfang zwanzig. Zwei Fragen schließen sich an: Ist das wirklich Musik aus den 60ern? Ist das Musik aus Deutschland? Ok, die erste Frage können wir verneinen, die zweite jedoch nicht!

Die Heimat von Okta Logue liegt in Darmstadt. Skurril! Die Stimme von Sänger Benno Hertz klingt irgendwie ein bisschen nach Alex Turner von den Arctic Monkeys. Orgeln und Trompete erinnern verdächtig an Portugal. The Man. Drums, hallende Gitarren und Bässe runden die Hippie-Assoziation ab.

Als nostalgisch wollen Okta Logue jedoch nicht gelten. Und das merkt man „Diamonds And Despair“ auch an. Idyllische Nostalgie ist das nicht. Das beweist uns der Opener „Pitch Black Dark“ ganz eindeutig: Präsente Stimme, die sich ausdrucksstark um die Ohren der Hörer schmiegt.

Auch in „Helpless“ ist wenig von „Bright Lights“ drin, dem Okta Logue-Hit aus 2011. Vielmehr wird sich – etwas untypisch für die Band – ganz gern in Griesgram gesuhlt, wenn es in „Distance“ lautet: „How many days we’ve wasted on / Getting high out in the sun“.

Musikalisch Highwerden, aber ganz gepflegt, nicht etwa plump an der Hausbar – das war bislang die Paradedisziplin von Okta Logue. Die neue Platte ist da schon schwermütiger. Die Songs erzählen vom Los- und Verlassen, vom Weggehen. Verbitterung und echte Verzweiflung können wir jedoch bis zum letzten Lied nicht wahrnehmen.

Die Gefühlspalette bedient Okta Logue mit einer gewissen Sanftheit. Alles ist irgendwie lässig – ganz gleich, ob es sich um Freude oder Melancholie handelt.

Die 13 Songs zelebrieren das Glück eines Hippies, zwischen 60s-Psychedelic und 70s-Progressive Rock. Die Elemente, die in den beiden Vorgängeralben „Ballads Of A Burden“ (2011) und „Tales Of Transit City“ (2013) schon ein Dorn im Auge waren, hat die Band einfach ausradiert. Spuren von Überheblichkeit, Langatmigkeit und Eitelkeit sind einer gewissen Prätention gewichen.

„Diamonds And Despair“ trägt hübsche Melodien und überraschende Effekte („Stars Collapse“). Gitarrist Philip Melois spielt mal wieder die Hauptrolle ohne Generve, das ist konsequent und vom Klang her stimmig. Okta Logue können den Wellnessbesuch durchaus ersetzen. Aber nur in Bezug auf die Ohren!

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