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Ich habe meine Lektion gelernt – Globelamp im Interview

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Körperliche Gewalt, Trennungsdramen und die Trauer über den Verlust eines engen Freundes: Elizabeth Le Fey hat schwere Zeiten hinter sich. Nun ist es für das ehemalige Foxygen-Tourmitglied aber an der Zeit, nach vorne zu blicken. Alias Globelamp will die Sängerin ein neues Kapitel in ihrem Leben aufschlagen. Ihr neues Album „The Orange Glow“ soll ihr dabei helfen. Wir trafen die Songwriterin in Berlin zum Interview und sprachen über musikalische Herausforderungen, offene Visiere und die Magie der Einzigartigkeit.

MusikBlog: Elisabeth, die vergangenen zwei Jahre waren nicht leicht für dich. Du hast viel Schmerz ertragen müssen.

Elizabeth Le Fey: Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, wenn ich nicht mehr über Einzelheiten reden möchte. Ich denke, dass in der Vergangenheit schon genug gesagt und geschrieben wurde. Das Foxygen-Kapitel ist geschlossen. Ich habe meine Lektion gelernt. Ich konzentriere mich jetzt nur noch auf mich und mein Projekt. So wie ich es vor Foxygen auch schon getan habe.

MusikBlog: Dein neues Album „The Orange Glow“ wurde von dir im Vorfeld als eine Art „rettender Anker“ bezeichnet. Die Musik und die Texte sollen dir dabei geholfen haben, wieder Halt im Leben zu finden, heißt es im Pressetext. Würdest du daher vom bis dato herausforderndsten Produktionsprozess sprechen?

Elizabeth Le Fey: Auf jeden Fall. Ich meine, jedes Album ist eine Herausforderung. Man geht in sich, kehrt das Innerste nach außen und lässt alle Welt daran teilhaben. Das ist schon ein ziemlich intensiver Prozess. Diesmal fühlte es sich aber an, als würde alles noch einmal gedoppelt. Der Schmerz, die Wut, der Frust, die Trauer, die Hoffnung: Alles kam geballt aus mir heraus.

MusikBlog: Wie fühlst du dich im Hier und Jetzt? Befreit?

Elizabeth Le Fey: Ja, das trifft es sehr gut. Musik ist mit unheimlich viel Energie und Kraft verbunden. Dabei geht es gar nicht um Lautstärke. Meist sind die ruhigsten Momente die intensivsten. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man die Möglichkeit hat, sich Wichtiges von der Seele schreiben zu können. Das ist Befreiung pur. Man kann Dinge abschließen. Das ist wichtig im Leben. Es geht ja schließlich immer weiter.

MusikBlog: Man nimmt die Narben dann aber mit in die weite Welt.

Elizabeth Le Fey: Das ist dann nochmal ein weiterer Schritt. Es ist aber nicht so, dass man den Schmerz mitnimmt. Dieses Bewusstsein kommt aber erst mit der Zeit. Da muss man als Künstler erst reinwachsen. Mittlerweile weiß ich aber, dass es live nur noch darum geht, den Heilungsprozess weiter zu vertiefen. Das ist ungemein hilfreich, um Dinge komplett abzuschließen.

MusikBlog: Man erfährt unheimlich viel von dir auf deinem neuen Album. Warst du schon immer so offen?

Elizabeth Le Fey: Nein. Ich wurde so erzogen, dass man mit Gefühlen und Emotionen eher hinter dem Berg hält, um sich weiteren Kummer zu ersparen. Letztlich fördert das aber das genaue Gegenteil zu Tage. Ich bin jetzt ein Mensch, der die Dinge offen anspricht. Das habe ich gelernt. Die Zeit im Musikbusiness hat mir gezeigt, dass man nur so im Leben weiterkommt. Die Leute wollen keinen erfundenen Geschichten lauschen. Sie wollen wissen, was der Künstler denkt, was er fühlt und wie er mit bestimmten Situationen umgeht. Sie wollen Ehrlichkeit.

MusikBlog: Die Ehrlichkeit in deinen Texten kombinierst du mit psychedelischen Vibes aus der Folk-Schatulle. Eine bewusste Symbiose?

Elizabeth Le Fey: Nicht wirklich. Die Melange aus den Texten und der Musik hat sich eher so ergeben. Mir war eigentlich nur wichtig, dass ich authentisch klinge. Ich wollte die Musik verewigen, die automatisch entsteht, wenn ich mich mit dem Songwriting beschäftige.

MusikBlog: Das Album klingt sehr stimmig und homogen. Dennoch steht jeder Song für sich.

Elizabeth Le Fey: Das war vielleicht das einzige Konzept, das mir wichtig war. Ich wollte mit diesem Album in keine gängige Schublade passen. Ich wollte zwar einen roten Faden. Aber man sollte sich auch an einzelnen Stücken des Ganzen erfreuen können.

MusikBlog: In meinen Ohren: perfekte Festivalmusik. Ich rede hier natürlich nicht von Wacken oder Rock am Ring. Ich denke da eher an laue Sommerabende, eine kleine Bühne im Freien und das Gefühl von grenzenloser Freiheit. Genau dein Ding?

Elizabeth Le Fey: Ich mag Festivals. Ich mag aber auch die Atmosphäre von kleinen Clubs. Ich meine, es kommt immer drauf an. Das Wichtigste ist, dass eine Verbindung zwischen Künstler und Publikum entsteht. Wenn das gelingt, ist es eigentlich völlig egal, auf was für einer Bühne man gerade steht. Das ist das A und O. Beide Seiten müssen zusammenwachsen. Darum geht es.

MusikBlog: Was ist mit Kirchen? Mir kam zu Ohren, dass Kirchen ganz oben auf deiner Location-Liste stehen. Stimmt das?

Elizabeth Le Fey: Oh ja, Kirchen sind etwas ganz Besonderes. Ich mag es, wenn die Leute einfach nur zuhören und sich nicht von anderen Dingen außerhalb der Musik ablenken lassen. In der Kirche ist es meist mucksmäuschenstill. Der perfekte Ort. Außerdem herrscht in Kirchen eine außergewöhnliche Akustik. Ich finde es spannend, wenn Dinge einzigartig sind. Kirchen gehören definitiv dazu.

MusikBlog: Deine Stimme ist auch einzigartig. Hörst du dich gerne selber singen?

Elizabeth Le Fey: Es ist jetzt nicht so, dass ich immer gleich ein Rad drehe, wenn ich einen Song von mir im Radio höre. Aber es passt schon. (lacht)

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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