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Seward – Second Two: Chapter Home – Gegen den Strom

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Wer als Band heutzutage durchstarten will, der legt sich zumeist noch vor dem ersten gespielten Akkord eine stattliche Ansammlung von Social-Media-Profilen an. Kurze Tweets, um den aktuellen Stand der Band-Dinge preiszugeben, schicke Fotos aus dem Proberaumkeller und selbstproduzierte Live-Clips aus den Clubs dieser Welt: Facebook, Twitter, Instagram und Co machen’s schließlich möglich. Ruckzuck ist man dann präsent: In Bielefeld genauso wie in Los Angeles.

Die drei spanischen Kreuzüber-Nerds von Seward hingegen interessieren sich nicht die Bohne für neuzeitliche Vermarktungsstrategien. „The band do not have a website or facebook. We don’t want to play that game….. to find Seward is by word of mouth“, heißt es aus dem Hause des Trios.

Und das Retro-Prinzip scheint zu funktionieren. Schließlich entscheidet am Ende immer noch die Musik. Im Fall von Seward sind das Sounds, die nur schwer kategorisierbar zwischen epischem Neo-Folk, detailverliebt verspieltem Jazz und ekstatischem Fusion-Rock pendeln.

Auf dem neuen Album „Second Two: Chapter Home“ einzelne Songs gesondert herauszupicken, macht nur wenig Sinn. Seward genießt man besser am Stück. Hier trifft das Urbane der Weltmusik auf den Hochglanz der Neuzeit.

Vertrackt aber dennoch strukturiert, basteln sich die Spanier ein eigenständiges Klanggerüst, das den einen oder anderen offenen Kunstgeist da draußen sicherlich vom Hocker reißen wird.

Mir persönlich ist das auf Dauer allerdings eine Spur zu intensiv. Ich twittere aber auch hin und wieder mal was…Und ein Facebook-Profil hab ich auch. Insofern: Oléoléolé. Nichts für ungut.

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