Sara Hartman gehört zu den Newcomerinnen der Stunde. Ohne bisher ein Album veröffentlicht zu haben, ist sie als Live-Performerin weltweit gefragt wie wenige. Unzählige Auftritte treiben sie um den Globus, ob als Gastgeberin kleiner Club-Konzerte und Showcases oder als Support von Ellie Goulding, MS MR und Family Of The Year in den ganz großen Hallen. Ihr Publikum wächst rasant. Die Stücke der Singer/Songwriterin haben stets ihre subtil melancholische Ecken und sind gleichsam mit den ganz großen Hooks ausgestattet, die sie nach dem ersten Hören unvergesslich machen. Sara Hartman hat Refrains wie Sonnenaufgänge. Vor knapp einem Monat kam die Debütsingle „Satellite“ auf den Markt und feiert einen sehr erfolgreichen Start. Schon jetzt zählen die Klickzahlen auf Spotify mehr als 20 Millionen, Fans und Kritiker bejubeln die EP. Und sie selbst hat keine Zeit für Stagnation. Viele Konzerte in England, Belgien und Deutschland stehen in den nächsten Wochen auf dem Plan. Erst vor kurzem spielte sie bei der Premiere vom PULS Open Air.
MusikBlog: Hallo Sara, wie geht es dir? Du hast vor kurzem auf dem PULS Open Air gespielt. Wie fandest du die Premiere bei München?
Sara Hartman: Es ist ein außergewöhnliches Festival. Ich habe viele Künstler*innen getroffen, die ich selber gern höre und die Stimmung war trotz des Regen sehr toll. Die Location hat mir besonders gefallen. Dieses tolle Schloss und die vielen Lichter waren einfach magisch.
MusikBlog: Mit dem Release deiner aktuellen Single „Satellite“ schlägst du gerade in der Musikwelt hohe Wellen. Du bist vor einem Jahr aus den beschaulichen Hamptons bei New York nach Berlin umgezogen, um Musikerin zu werden. Wie kam es zu dieser Reise?
Sara Hartman: Nach der Uni habe ich einen Sommer lang in Restaurants gespielt und so kam es zu dieser Art Cinderella-Story. Ich hatte kein Geld und war auf der Suche nach dem nächsten Schritt in meinem Leben. Nach einem Auftritt kam ein Mann auf mich zu und sagte mir, dass meine Stimme ideal zu dem Sound vom Berliner Musikproduzenten Toby Kuhn passen würde. Es klingt ein bisschen verrückt, aber ich habe all meine Ersparnisse zusammen gerauft und mir ein One-Way-Ticket nach Berlin gekauft. Bisher gab es keinen Grund zurückzublicken. Berlin ist eine unglaubliche Stadt und ich hatte das Glück, dass ich viele tolle Menschen kennengelernt habe.
MusikBlog: Liege ich richtig, dass „ Monster Lead Me Home“ eine Ode an diese Reise ist? Was macht dieses Lied so besonders?
Sara Hartman: Natürlich! Es ist der erste Song, der von mir veröffentlicht wurde. Das macht mich ziemlich stolz und bestärkt mich in meinem Handeln. Jedes Mal, wenn ich Heimweh habe, schaue ich „Wo die wilden Kerle wohnen“ oder „Chihiros Reise ins Zauberland“. Bei den Filmen habe das Gefühl, dass ich – wie die Hauptpersonen – in einer fremden Welt bin. Zuerst dachte ich darüber nach, wie es wohl sei, mit Monstern an einem Ort zu sein. Irgendwann habe ich gemerkt, dass das Monster meine Musik ist. Es ist spannend, aber zugleich erschreckend, denn meine Musik wird auch an fremden Orten, an den ich hilflos bin, gespielt.“Monsters Lead Me Home“ zeigt mir jedes mal, dass ich mir selbst vertrauen soll egal wo ich bin – zu Hause oder unterwegs.
MusikBlog: Wer oder was hat dich beim Schreiben von „Satellite“ inspiriert?
Sara Hartman: Bevor ich „Satellite“ geschrieben habe, habe ich zum größten Teil über andere Menschen und Geschichten geschrieben. Bei diesem Song war das anders. Er handelt von meinen Erlebnissen, von mir. Es ist schon ein bisschen erschreckend. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich dazu überwunden habe, aber jetzt ist es eine große Quelle der Kraft und ich kann nicht mehr damit aufhören.
MusikBlog: Woran liegt es, dass sich so viele Fans in deine Musik hineinversetzen können?
Sara Hartman: Ich hoffe dass es so ist. Meiner Meinung nach ist es die Ehrlichkeit und Verletzlichkeit der Songs, die bei den Leuten ankommt. Ich glaube, dass jeder im Leben durch die gleiche Scheiße geht. Meine Worte handeln über meine Fehler und viele kennen diese auch von sich selbst. Das macht es, glaube ich, aus.
MusikBlog: Du hast zur Zeit sehr viel Erfolg mit deiner Musik. Hast du auch schon negative Momente mit der Musikindustrie gehabt?
Sara Hartman: Natürlich. Zwar bin ich noch nicht in der Lage, darüber viel zu erzählen, doch manche Sachen nerven schon. Vor allem ist es die Zeit, die ziemlich rar ist. Ich muss viele Konzerte und Interviews geben, dazu kommen noch die Reisen zwischen den Locations und wenn noch ein bisschen Zeit ist, dann schreibe ich an neuen Songs. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für meine Freunde. Doch ich kann mich gut damit arrangieren und plane meine Freizeit akribisch, damit ich meine neue Heimat voll genießen kann.
MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.
