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Rob Lynch – Baby, I’m A Runaway

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Singer/Songwriter mit raubeiniger Punk-Attitüde werden gern als Trabadours oder Barden, wahlweise auch als karierte Flanellhemd-Fetischisten bezeichnet. Rob Lynch wehrt sich auf seiner zweiten Platte mit allem, was er hat, gegen diese ohnehin nicht sonderlich eleganten Umschreibungen.

Der Punk steckt auf „I’m A Runaway“ nämlich deutlich zurück und weicht süßlicher, oft unverhohlen simpler Popmusik mit Akustikgitarre. In Songs wie der Vorabsingle „Prove It!“ ist nur das Tempo noch mit Revoluzzer-Tagen in Verbindung zu bringen – dieses Mal im Studio von Lynchs Live-Band eingefangen.

Auf dem Debüt „All These Nights In Bars Will Somehow Save My Soul“, das hierzulande dank des Hamburger Vorzeigelabels Grand Hotel Van Cleef ein Jahr früher erschien als irgendwo sonst, hat er noch alles selbst eingespielt.

Die Direktheit der Platte provozierte damals Vergleiche mit der derzeitigen Gallionsfigur des Folk-Punk – Frank Turner. Seit 2014 sind die beiden britischen Kompatrioten auch Labelkollegen unter dem Dach von Xtra Mile Recordings. Die direkten Vergleiche stehen allerdings beiden nicht besonders gut.

Verarbeitete Lynch auf seinem Debüt noch den Tod seines Vaters, stellt er mit dem zweiten die Klimaanlagen ab, die die Freude an puristischen Schwitzattacken kaschieren könnten. Und damit steht er angenehm konträr der vermeintlichen Realness von Turner gegenüber. Einen noch größeren Unterschied verantworten die drei gelungen betulichen Songs gegen Ende des Albums.

Die Akustik-Balladen „Tectonic Plates“, „Kings & Queens“ und „Youth“ enttarnen Lynch als gefühlsduseligen Träumer („Deep down I’m a romantic“) mit Humor und einer gesunden Einstellung gegenüber der Vergreisung:

„All my friends are scared of growing old/ But I rather grow old than not grow old at all/ I’ve been feeling like Peter Pan/ One day I’ll have to try to be a real man“.  „Youth“  ist ohne Zweifel der schönste Song des Albums, gerade weil er erst gar nicht versucht, etwas zu verschleiern. Und außerdem einer, den Frank Turner erst noch schreiben muss.

Wegen dieser Stücke wird das Album zwar auch mittelfristig nicht zum großen Kunstwerk avancieren, es hat aber durchaus Potenzial, sich zum unguilty pleasure des Sommers zu mausern.

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