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Cass MacCombs (Credit Rachel Cassells)

Cass McCombs – Mangy Love

Cass McCombs ist die Inkarnation eines Felsen in der Brandung. Verlässliche Variationen in Moll zwischen Folk, Americana, Alt-Country und Rock bietet uns der leisetretende Singer/Songwriter aus Concord, Kalifornien seit über einem Dutzend Jahren dar.

Mit seinem neunten Album „Mangy Love“ kommt er erstmals via Anti, dem Authentizitäts-Label von Epitaph für alternative Musikkultur schlechthin. Und da passt der verschrobene Barde auch hervorragend hin zwischen Calexico, Wilco und Tom Waits.

Es mag der Frische des Eindrucks geschuldet sein, aber „Mangy Love“ fühlt sich momentan wie Cass McCombs bestes Werk an. Feinfühlig aber nicht zerbrechlich, groovt hier ein Roots-Rock, der in alle Richtungen, die Folk kann, sich verästelt und Stimmungserkundungen durch die Gefühlswelt unternimmt, wie ein Darwin auf der Beagle.

Nicht nur „Opposite House“, die schöne Ballade mit Angel Olsen, die bald selbst ein liebreizendes neues Album in die Welt entlässt, weiß zu entzücken. „Medusa’s Outhouse“ schlägt nahtlos eine neue Kerbe des bluesig-psychedelischen Wohlklangs. „If it’s so easy, you try / here, you try!“

Oder der klug gewählte schunkel-rockige Opener „Bum Bum Bum“: Politische Nonkonformität, Gleichberechtigungsthematiken, banal-schöne Liebeslieder, McCombs kann sie alle, die Themen gefühlvoll zur Sprache bringen, für die den Meisten die Worte fehlen.

In „Cry“ bricht er gar in famosen, groovigen Folk-Funk aus. Doch, das gibt’s. Bei Cass McCombs. Die Vielschichtigkeit, die thematische wie musikalische Diversität heben „Mangy Love“ von seinem restlichen Output heraus, ohne dass an „Big Wheel And Others“ oder „Catacombs“ etwas auszusetzen wäre.

Ein unaufgeregtes großes Album, ein stilles, aber achso tiefes Wasser, eine ganz famose Gelegenheit, Cass McCombs in aller Ausführlichkeit und all seinen Facetten kennenzulernen. Das alles und noch viel mehr ist „Mangy Love“.

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