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Sechs Jahre sind ein Wimpernschlag – The Divine Comedy im Interview

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Kurz nach dem Ende der Fußball-Europameisterschaft lief die Divine Comedy-Promophase fürs neue Album „Foreverland“ bereits auf Hochtouren, für Neil Hannon, den Kopf der britischen Indiepopper, ist der Hochsommer 2016 die perfekte Zeit. So kann er, neben seinem neuesten musikalischen Streich, nämlich auch ganz viel über seine zweite Leidenschaft plaudern: Fußball. Gerne hätte Neil die Promotour sogar noch die eine oder andere Woche weiter vorgezogen. Während der Zeit, in der die nordirischen Kicker in Frankreich noch für Furore sorgten, stand der Sänger jeden Morgen mit einem extra breiten Lächeln im Gesicht auf. Im Achtelfinale war dann aber Endstation. Die walisischen Nachbarn zogen ins Viertelfinale ein, und Steven Davis und Co mussten die Koffer packen. Für Neil, der im nordirischen Derry seine Kindheit verbrachte, ist das überraschend positive Abschneiden seines Heimat-Teams eine mindestens genauso tolle Sache, wie die Fertigstellung des neuen Divine Comedy-Albums. Und so treffen wir in Berlin erwartungsgemäß auf einen bestens gelaunten Sänger, der nicht so richtig weiß über was er lieber reden möchte.

MusikBlog: Hi Neil, „Foreverland“ oder Fußball? Womit wollen wir beginnen?

Neil Hannon: (lacht) Momentan rede ich natürlich besonders gerne über Fußball. Aber wir können auch gerne mit der Musik beginnen.

MusikBlog: Wie du willst. Ich habe mir gestern das Video zum Song „Catherine The Great“ angeschaut. In dem Clip tritt auch die bezaubernde Schauspielerin Elina Löwensohn in Erscheinung. Ihr scheint eine Menge Spaß gehabt zu haben.

Neil Hannon: Elina ist eine tolle Frau. Sie weiß genau, was sie tut. Sie arbeitet extrem professionell und hat zudem einen wunderbaren Humor. Mit ihr zu arbeiten hat Spaß gemacht. Der Dreh an sich war aber eher nicht so mein Ding.

MusikBlog: Warum?

Neil Hannon: Ehrlich? Ich hasse Videodrehs. (lacht) Ich fühle mich immer wie ein kleines Kind, das in der Ecke sitzt und Gameboy spielt und darauf wartet, von seinen Eltern abgeholt zu werden. Überall laufen diese „wichtigen“ Leute rum. Überall herrscht Trubel. Und ich? Ich warte. Das ist totlangweilig.

MusikBlog: Du bist also mehr ein Mann der Tat?

Neil Hannon: Nicht unbedingt. Ich kann mich auch gut zurückziehen und andere Leute machen lassen. Wenn ich aber beteiligt bin, will ich auch alles mitnehmen. Und bei einem Videodreh ist es nun mal so, dass man nur pointiert mitwirken kann. Das ist schon ziemlich seltsam; denn am Ende sieht es ja so aus, als ginge es eigentlich nur um Elina und mich. Die komplette Produktion jedoch läuft weitestgehend am Künstler vorbei. Wie gesagt: Man sitzt in der Ecke und wartet auf seinen kurzen Einsatz. Überhaupt nicht mein Ding.

MusikBlog: Das Endergebnis kann sich aber sehen lassen.

Neil Hannon: Absolut. Ich liebe den Clip.

MusikBlog: Hast du dich auch in dein neues Album verliebt?

Neil Hannon: Oh ja. Und hier hatte ich auch Freude an der Produktion. (lacht)

MusikBlog: Für mich klingt „Foreverland“ fast schon wie ein Greatest Hits-Album mit neuen Songs. Passt die Beschreibung?

Neil Hannon: Das ist die treffendste Beschreibung, die ich bisher vernommen habe. Vielen Dank. Das steckte auch irgendwie im Hinterkopf. Ich wollte die besten Parts der Vergangenheit mit einigen Neuerungen verknüpfen.

MusikBlog: Die Reifung dieses „Konzeptes“ hat allerdings ziemlich lange gedauert. Das letzte Album hat bereits sechs Jahre auf dem Buckel.

Neil Hannon: Sechs Jahre sind ein Wimpernschlag. Zumindest kommt es einem so vor. Ich meine, als Künstler ist man permanent aktiv. Man ist auf Tour, schreibt neue Songs, lässt sich inspirieren: Die Zeit steht niemals still. Manchmal ist es dann schon nach zwei Jahren soweit. Manchmal zieht es sich etwas länger. Man ruht sich aber nie aus. Ich lag die letzten drei Jahre ja nicht am Strand rum. Auch wenn ich es gern getan hätte. (lacht)

MusikBlog: Ich glaube ja eher, du hättest lieber drei Jahre am Stück nur Fußball geguckt.

Neil Hannon: Ja, das wäre auch schön gewesen.

MusikBlog: Läufst du derzeit jeden Tag mit einem Nordirland-Trikot durch die Gegend?

Neil Hannon: (lacht) Nicht jeden Tag. Aber ich bin schon mächtig stolz auf die Truppe. Wir haben es schließlich bis ins Achtelfinale geschafft. Und Wales hat kein Tor gegen uns geschossen. Wir haben uns das Ei selbst in den Korb gelegt. Eigentlich hätten wir sogar noch eine Runde weiter kommen können.

MusikBlog: Die Deutschen haben sich auch zwei entscheidende Tore selbst ins Netz bugsiert.

Neil Hannon: Ach, die Deutschen. Ihr habt schon so viele Titel gewonnen. Ihr solltet nicht traurig sein. Sportlich gesehen, hättet ihr den Cup sicherlich verdient gehabt. Aber Fußball ist nun mal ein Ergebnissport. Ich gönne es den Portugiesen. Auch wenn sie sicherlich nicht den schönsten Fußball gespielt haben.

MusikBlog: Aber den Effizientesten.

Neil Hannon: Definitiv. Und Ronaldo muss keine Tränen mehr vergießen.

Musikblog: Schluchz.

Neil Hannon: (lacht) Wie er am Ende des Finals am Seitenrand stand und seine Jungs angefeuert hat, das war schon beeindruckend. Ich glaube, er hätte ein Trauma davon getragen, wenn es am Ende nicht gereicht hätte.

MusikBlog: Der arme CR7.

Neil Hannon: Schon ein Phänomen dieser Kerl. Entweder man liebt ihn, oder man hasst ihn. Dazwischen gibt es nichts. Wenn es um Höchstleistungen geht, kann ihm aber niemand ans Bein pinkeln. Da spielt natürlich auch viel Neid mit.

MusikBlog: Für manch einen der ultimative Antrieb.

Neil Hannon: Oh ja. Ich möchte aber nicht mit ihm tauschen. Da sitze ich lieber wie ein kleines Kind in der Ecke und warte, bis mich jemand abholt. (lacht)

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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