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July Talk (Credit Universal Music)

July Talk – Touch

Mir ihrem gleichnamigen Debüt vor gut zwei Jahren sorgten July Talk für mächtig viel Furore in der Indie-Szene. Die fünfköpfige kanadische Band aus Toronto wagt nun die Bewährungsprobe und geht mit dem Zweitling „Touch“ an den Start. Das ist ebenso kontrastreich und stimmlich bunt wie sein Vorgänger.

Die zarte Stimme hat Sängerin Leah Fey beibehalten, zusammen mit der brillanten Bariton-Reibeisenstimme von Bandkollege Peter Dreimanis ergibt das eine Mischung zum Gernhaben: Leise Zurückhaltung trifft auf schonungslose Entschlossenheit und Haudrauf-Mentalität. Das unperfekte Paar passt noch immer perfekt zusammen: krakeelend und bedächtig zugleich. Diese brisante Mischung bestimmt den Vibe des zweiten Albums von July Talk.

In den zehn Songs auf „Touch“ geht es mal um das ganze normale Leben, mal um die ganz ernsten Themen – jedoch aus der Perspektive kritischer Selbstreflexion heraus:

Die davon galoppierende Single-Auskopplung „Push + Pull“ handelt zum Beispiel von der westlichen Konsumgesellschaft und deren Exzesshaftigkeit. Es geht um den nie zu bändigenden Appetit nach dem Mehr im Leben.

„Strange Habit“ wiederum ist weniger Gesellschaftskritik, als vielmehr eine Liebeserklärung an die Leidenschaft.

Gitarrist Ian Docherty, Bassist Josh Warburton und Drummer Danny Miles komplettieren die lässig-trotzige Grundstimmung, die sich durch „Touch“ hindurchzieht. July Talk beherrschen die gewollt disharmonische Klangsuppe mit Wiedererkennungseffekt aus dem Effeff. Sie experimentieren mit Elementen des Indie-Rock, geben eine Prise Americana hinein und fügen hier und da feurige Synthies hinzu.

„Touch“ trotzt nur so vor warmherziger Dissonanz – wer das mag, wird das Album rauf und runter hören und seine Hörfreude daran haben.

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