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Ich wollte einfach mal raus – Leslie Clio im Interview

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Nach der Veröffentlichung ihres zweiten Studioalbums „Eureka“ im Jahr 2015 ließ es Leslie Clio etwas ruhiger angehen. Der Puls musste wieder runtergefahren werden. Alles wieder auf Anfang. Auf Hawaii tankte die gebürtige Hamburgerin ihre Akkus wieder auf. Fernab vom Trubel in ihrer Wahlheimat Berlin tüftelte Leslie an neuen Songideen. Dieser Tage erscheint nun ihr drittes Album „Purple„. Abermals verschmelzen Pop und Soul zu einem emotionalen Ganzen. Kurz vor dem Release ihres neuen Albums trafen wir uns mit Leslie Clio zum Interview und sprachen über Hawaii, Selbsterkenntnis und den ultimativen Erfolg.

MusikBlog: Leslie, du hast vor knapp zwei Jahren Haus und Hof verkauft und bist dann mal eben für ein halbes Jahr nach Hawaii verschwunden. Gab’s einen bestimmten Moment, in dem dir klar wurde, dass du mal eine Auszeit brauchst? Oder war das eher ein Prozess?

Leslie Clio: Einen bestimmten Moment gab es jetzt nicht. Es war einfach so ein Gefühl. Ich hatte das Bedürfnis, mal alles um mich herum stehen und liegen zu lassen. Und das habe ich dann auch gemacht. Für mich war das eigentlich keine große Sache. Ich wollte raus aus meinem Alltag und irgendwo anders wieder zu mir kommen.

MusikBlog: Und da lag Hawaii näher als die Ostsee?

Leslie Clio: (lacht) Wo man letztlich zur Ruhe kommt, spielt ja eigentlich keine Rolle. Ich bin halt ein sehr spontaner Mensch, der den Beginn eines neuen Kapitels nicht im eigenen Wohnzimmer angeht. Ich brauche da schon einen richtigen Schnitt. Vor Hawaii war ich ein paar Monate in den Staaten. Und irgendwann hab ich mir dann einfach ein One-Way-Ticket nach Hawaii besorgt. Zwei Wochen später hatte ich dann schon eine Crew zusammen, mit der ich die Zeit genossen habe. Naja, und irgendwann hab ich dann den Computer angeschmissen und an neuen Songkskizzen gearbeitet. Das lief dann einfach so. Ich bin nicht weg aus Berlin, um irgendwo in Ruhe an einem neuen Album zu arbeiten, das ist dann einfach so passiert. Die Musik lässt einen dann doch nicht so richtig los.

MusikBlog: Hattest du auf Hawaii Bezugspersonen?

Leslie Clio: Nein. Als ich dort ankam, kannte ich niemanden. Aber, wie gesagt, nach zwei Wochen hatte ich bereits Anschluss gefunden. Und dann kam halt eins zum andern. Ich hab die Dinge dann einfach laufen lassen, mich hingesetzt und angefangen zu schreiben und mich völlig dem Moment hingegeben. Da war überhaupt kein Druck. Und das hat mir und dem Album sehr gut getan.

MusikBlog: „Ich weiß jetzt einfach wieder, wer ich bin, was ich kann und vor allem, was ich will“, heißt es im Pressetext. Da fragt man sich natürlich, was dich denn vorher vom Pfad der Selbsterkenntnis abgebracht hat?

Leslie Clio: Der Lärm von außen. Jeder hat eine Meinung. Alle quasseln dazwischen. Und man muss ständig präsent und am Start sein. Das habe ich auf Hawaii alles hinter mir lassen können. Da ging es nur um mich und mein Gefühl. Mehr war da nicht. Diesmal war ich nahezu komplett allein für alles verantwortlich. Ich habe entschieden, wie ich singen will. Ich habe mir meine Samples selbst zusammengestellt. Ich hab einfach ganz viel alleine bewerkstelligt. Und das hört man dann auch raus. Das neue Album hat eine ganz persönliche Note.

MusikBlog: Was war dir denn in puncto Sound diesmal besonders wichtig?

Leslie Clio: Ich wollte einfach collagierter zu Werke gehen. Das war mir am wichtigsten. Ich wollte raus aus dieser Format-Schiene, dem Pop in meinem Sound die Grenzen aufzeigen und mich mehr ausprobieren.

MusikBlog: Hast du dich diesbezüglich nur auf dein eigenes Bauchgefühl verlassen? Oder hast du dich auch von außen inspirieren lassen?

Leslie Clio: Als Musikschaffender ist man natürlich auch Fan. Und auf Hawaii hatte ich unheimlich viel Zeit Musik zu hören. Da bleibt natürlich auch viel hängen.

MusikBlog: Zum Beispiel?

Leslie Clio: Ich hab die letzte Platte von Rihanna total abgefeiert. Auch Frank Ocean lief bei mir rauf und runter. Das waren so die beiden tragenden Säulen, wenn es um Inspiration von außen ging.

MusikBlog: Jetzt hast du das Album im Kasten. Demnächst geht’s dann wieder auf Tour. Deine Zeit des Jahres?

Leslie Clio: Auf der Bühne stehen hat schon was, keine Frage. Da ist so viel Energie vorhanden. Das liebe ich natürlich. Aber ich steh auch total auf die Phase, wenn alles anfängt zu reifen, ganz am Anfang, wenn man sich treiben lässt und auf Themensuche geht. Eigentlich liebe ich das komplette Paket. Momentan sind wir beispielsweise beim Proben der neuen Songs.

Das ist auch immer eine ganz aufregende Zeit. Man versucht, das, was man monatelang zusammengepuzzelt hat, irgendwie live umzusetzen. Das ist unglaublich spannend. In dieser Zeit verändert sich auch immer noch mal ganz viel. Da kriegen manche Songs nochmal ein ganz neues Gerüst.

MusikBlog: Echo-Nominierung, ausverkaufte Tourneen, erfolgreiche Alben: Du hast in den vergangenen Jahren viel erreicht. Wie wichtig ist dir dieses Feedback von außen?

Leslie Clio: Natürlich freue ich mich, wenn ich höre, dass meine Musik gut ankommt. Sich im Radio zu hören oder irgendwo auf ’nem roten Teppich zu stehen… Das sind schon Momente, die sich toll anfühlen. Aber am Ende des Tages ist mir mein eigenes Gefühl immer noch am wichtigsten. Und da bin ich gerade heute total happy. Ich bin jetzt 30 und mache was ich will. Mehr und besser geht nicht. Alles andere gehört zum Nachtisch. (lacht)

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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