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Manchester Orchestra – A Black Mile To The Surface

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Mit Chris Cornell und Chester Bennington sind nur kurz nacheinander gleich zwei der markantesten Stimmen der jüngeren Rockgeschichte für immer verstummt. Ob man diese Stimmen nun mochte oder nicht, sie waren noch drei Meilen gegen den Wind zu erkennen und definierten den Sound ihrer Bands wie kein anderes Mitglied.

Manchester Orchestra fehlen noch ein paar Sprossen auf der Erfolgsleiter, um sich hinter Soundgarden und Linkin Park einzureihen. Ihr Sänger Andy Hull hat aber zweifellos ein ähnlich charakteristisches Organ. So individuell, dass es unverzüglich zuzuordnen ist, ob er (wie Cornell oder Bennington) nun singt oder schreit.

Wo Hull auf früheren Alben seine Stimme gerne kippen lies und beispielsweise auf „Mean Everything To Nothing“ schrei-singend konstatierte: „I‘ve got friends in all the right places“, verzichtet er heute gerne auf den Nachdruck. Der Pastorensohn hat inzwischen die Dreißig genommen und ist Vater geworden – da darf man auch mal gelassener sein.

Dass das wiederum auf die ganze Band, und somit auch auf das fünfte Studioalbum „A Black Mile To The Surface“ überschwappte, ist eine konsistente Weiterentwicklung.

Das Quintett aus Atlanta hat mit jedem neuen Album ein bisschen jugendlichen Sturm und Drang eingebüßt. Der bis dato letzten Platte „Cope“ ließ es gar die großartige, mit Streichern weichgezeichnete Neuinterpretation „Hope“ folgen.

Beinahe logisch, dass inzwischen auch die besungenen Gefühle eher Relikte aus emotional verwirrteren Zeiten sind. „I believed you’re crazy/ You believed you loved me/ We were a daydream“ findet Hull in „The Gold“ – einer von zehn Songs mit Artikeln und ein Statement dafür, dass die Rocksongs noch ein bisschen mehr auf Song denn auf Rock betont werden.

Das hat gewiss auch mit Hulls Soundtrack-Arbeit zu „Swiss Army Man“ zu tun. Für den Film mit der furzenden Leiche schrieb er zusammen mit Bandkollege Robert McDowell A-Capella-Stücke, die hörbar auf die wunderschön reduzierten Folk- Songs „The Parts“ oder „The Alien“ abfärbten.

Wer mit Kind und Kegel leiser tritt, um so treffsicher zu komponieren, ist weder altersmilde noch routiniert, sondern einfach schon weiter als die Konkurrenz. Für alles andere gibt es genug opulente Gitarrensongs („The Moth“ und „The Grocery“), die sich bei aller Eingängigkeit ein Mindestmaß an Ecke und Kante bewahren.

„A Black Mile To The Surface“ klingt in der Summe dann, wie die beste alternative Musik eines Vaters Anfang 30, bei dem die Welt in Ordnung ist und die abgeschüttelte Adoleszenz völlig obsolet wurde. Er möge uns noch lange erhalten bleiben.

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