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Destroyer – ken

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Dan Bejar aka Destroyer tritt für „ken“ zur Seite und denkt seine Songs eine Nummer kleiner als auf dem opulenten Vorgänger „Poison Season“. Ob 80er Soft-Rock, Synth-Pop, Folk oder elektronische Spielereien – alles passt noch ins Schlafzimmer.

Das zwölfte Album des Kanadiers wirkt dadurch wie die Verschnaufpause nach zwei hervorragenden Platten. Auf das Meisterwerk „Kaputt“ folgte das rockige „Poison Season“ gefolgt von „ken“, das einfach keine Lust darauf hat, von allen als Geniestrich wahrgenommen zu werden. Sollen doch auch die anderen mal machen.

Irgendwo ist immer noch ein Saxophon und ein Piano („Rome“) versteckt – das wird nur öfter durch Synthesizer und Samples verdrängt: Im Opener „Sky’s Grey“ zischt ein Drumpattern von links nach rechts nach Stereo, und kontrastiert im hochfrequenten Bereich Bejars warme Stimme.

Zwei Minuten lang erinnert es an Death Cab For Cuties „Home And Fire“, bis eine Tremollo-Gitarre „Sky’s Grey“ als rauchige Halbballade ins Ziel bringt.

In seiner Gesamtheit steckt in „ken“ keinerlei Hektik, auch flottere Stücke wie „Cover From The Sun“ haben die Gelassenheit eines Beobachters, der vom Beobachtet-werden erstmal genug hat.

„A Light Travels Down The Catwalk“ klingt dadurch exakt so, wie es heißt. Synthesizer ziehen wunderbare Schlieren und schicken die Produktion auf eine nostalgische 80er Reise.

Flanger-Gitarren in „Ivory Coast“ oder „Tinseltown Swimming In Blood“ erinnern daran, dass auf den goldenen Herbst eventuell ein nass-kalter Winter folgt, in dem The Cures „Disintegration“ wieder lange Zeit die einzig wahre Platte sein wird.

Der vielleicht schönste Song des Albums kommt ironischerweise trotzdem ohne all das aus. Akustik-Gitarre, Piano, E-Gitarrensolo: „Saw You At The Hospital“ könnte der bitter-süße Abschluss sein. Bejar packt ihn die Mitte, um seine Andersartigkeit zu betonen.

Sieht man davon ab, ist „ken“ vielleicht ein Stück zu unaufdringlich geraten. In seiner Seele ist das Album weder gut noch böse, weder groß noch klein, weder opulent noch minimalistisch, sondern einfach da. Ohne „ken“ wäre es aber schon jetzt ein bisschen kälter.

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