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JB Dunckel (Air) – H+

Kriege, Terror und globales Wettrüsten: Die Welt im Hier und Jetzt präsentiert sich düsterer denn je. Hinter verschlossenen Türen fragt man sich auf dem ganzen Globus: Wie könnte die Rettung aussehen?

Jean-Benoit Dunckel hätte da einen Vorschlag. Wie wäre es mit dem Entwurf einer Zukunft, die von einem romantischen Transhumanismus beherrscht ist und in dem der Mensch niemals altert und die Liebe ewig ist? Klingt gut? Find ich auch – vor allem, wenn eine solche Vision von einem Soundtrack wie “H+” begleitet wird.

Das zweite Studioalbum des AIR-Mitgründers projiziert prachtvolle Fantasiebilder. Abseits gängiger Elektro-Pfade markieren Songs wie die traumwandlerisch schwebende Single “Love Machine”, das tiefgehende Album-Herzstück “Transhumanity”, das von Tribal-Percussions angetriebene “In Between The Two Moons” und das tiefenentspannte “Show Your Love” die Höhepunkte einer Sound-Reise, die vor allem eins hinterlässt: grenzenlose Positivität.

Der Hörer ist narkotisiert und bezirzt zugleich. Das von JB Dunckel in Musik gegossene, zwischen Stillstand und Aufbruch pendelnde Zukunftsbild erstrahlt in hellen Farben. Und wenn sich dann doch einmal ein Schatten in den Vordergrund drängt, sorgen pointiert angezündete Sound-Kerzen für ausreichend Licht im Dunkel.

Schlussendlich will man gar nicht mehr zurück. In dieser Klangwelt, in der der Mensch von der Technik errettet wird, fühlt man sich wohl, geborgen und sicher. Die Gegenwart ist tot. Lang lebe die Zukunft!

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