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Chvrches – Love Is Dead – Mit offenem Visier

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Für ihr drittes Studioalbum „Love Is Dead“ haben sich die drei Chvrches-Mitglieder Iain Cook, Martin Doherty und Lauren Mayberry – nach eigenen Aussagen – besonders ins Zeug gelegt. „Love Is Dead“ verkörpere all das, was die Band mittlerweile ausmache, so der Tenor aus Glasgow.

Und für wahr, Album Nummer drei präsentiert sich im Vergleich zu den Vorgängern in puncto Ausdruck und Atmosphäre tatsächlich auf vertikutiertem Terrain.

Erstmals unterstützt von Branchenexperten außerhalb des Band-Zirkels (Dave Stewart, Steve Mac, Greg Kurstin) rücken Chvrches das bis vor kurzem noch leicht schief hängende Sound-Gesamtbild gerade.

Fans der ersten Stunde werden allerdings schnell merken, dass die vermeintliche Runderneuerung nur wenig Bewährtes in den Schatten drängt. „Love Is Dead“ hat definitiv weniger Ecken und Kanten. Soundtechnisch gehen Chvrches im achten Jahr wesentlich poppiger an den Start. Die bewährte Mystik und Tiefe kommt diesmal eher durch die Hintertür.

Lyrisch steht das Konzept der Liebe im Allgemeinen im Fokus. Sängerin Lauren hält nicht hinterm Berg, sondern spricht aus, was anderswo unter den Teppich gekehrt wird.

Religiöse Heuchlerei („Deliverance“), der Kampf zwischen der globalen Finsternis und dem aufkeimenden Widerstand („Graves“), omnipräsenter Sexismus und Frauenfeindlichkeit („Heaven/Hell“): Umgeben von eingängigem Indie-Pop drücken die drei Schotten ihre Finger tief in die bereits klaffenden Worldwide-Wunden.

Schlussendlich erntet der Mut zur Veränderung viel Applaus, auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt. Der eine oder andere Filler sei den Protagonisten aber verziehen. Nach knapp 50 Minuten geht es schließlich um das große Ganze. Und das präsentiert sich wahrlich auf höchstem Indie-Pop-Niveau.

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