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Family Of The Year – Goodbye Sunshine, Hello Nighttime

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Ohne Ecken und Kanten kommt man zwar leicht so gut wie überall hin, bleibt aber auch nirgends wirklich hängen. Wer wüsste das besser als Family Of The Year. 2013 rotierte ihr Song „Hero“ so oft im Radio, dass einem schwindelig werden konnte. Nicht zuletzt, weil er in Matthias Schweighöfers Film „Frau Ella“ prominent gefeatured wurde.

Doch im Anschluss wurde es eher ruhig um die vierköpfige Familie des Jahres (tatsächlich sind lediglich Sänger Joseph und Schlagzeuger Sebastian Keefe blutsverwandt), die nun mit „Goodbye Sunshine, Hello Nighttime“ ihr viertes Album veröffentlicht.

Man muss Joseph Keefes Organ schon irgendwie mögen. Nur wer die passenden Rezeptoren für die immer etwas zu kitschig wirkende Stimme mitbringt, dem gelingt es, den Sound vollständig zu goutieren.

Wer sich davon berühren lässt, für den ist beispielsweise die erste Singleauskopplung und der Album-Opener „Let Her Go“ auch keine plumpe Neunziger-Boyband-Ballade in semi-folkloristischem Gewand, sondern ein zart-einfühlsamer Ohrwurm mit Heavy-Rotation-Potential.

Die Rezeptur auf „Goodbye Sunshine, Hello Nighttime“ ist eine altbekannte. Zurückgenommene Instrumentierung („Bitter Mind“), Vocal-Folk („I‘m The One“), oft mehrstimmig, nie ausufernd, das Recyclen oft erzählter Geschichten – wie etwa dem nach Kalifornien flüchtenden Mädchen („Girl Who Washed Ashore“) oder der schweren Kindheit – unter Zuhilfenahme abgehalfterter „Oh Oh Ooooh“ / „Uuuuh“-Hintergrundchöre („Latchkey Kids“) .

Das tut alles niemandem weh. Manchmal bemühen sich isolierten Piano-Klänge sogar um eine gewisse Intimität, die dem grundlegenden Sound der Band gut zu Gesicht steht.

Aber immer, wenn die Musik droht, zu dynamisch zu werden, wird der Stecker gezogen. So gelingt es, mit „Numb“ ein unkonventionelles, rhythmisch-spannendes Stück zu kreieren, welches aber nach etwa zwei Minuten schon wieder beendet wird, während andere Songs, die weder textlich noch musikalisch irgendetwas von Relevanz erzählen, sich bis zu vier Minuten hinziehen.

Auch der Euphorie, die mit „The Coast“, dem zweifellosen Highlight der Platte, aufkeimt, wird rasch, mit sich sehnsüchtig-hinwegträumender Melancholie, Einhalt geboten. Denn erst rockt der Song beschwingt, regt die bereits eingeschlafenen Füße zum Mitwippen an, bricht die angestaubte Folk-Pop in Schwermut-Pose auf, errichtet um das halbgar glimmernde Lagerfeuer elektrische Gitarrenwände und schrammelt sich die ansonsten fein an der Akustikgitarre zupfenden Finger in Richtung Hornhaut auf.

Und man hofft: Ja! Weiter! Mehr! Doch was kommt? „Where Was I“. Und auf den enthusiastischen Sprung in die stürmische Bucht folgt das Ertrinken in seichtesten Gewässern. Auf Spaß an der Freude folgt ein Leben in Moll.

Und so bricht nur selten ein aufheiternder Sonnenstrahl durch das trübe Wolkendickicht, das über der Platte hängt. Kleine, feine Highlights treten nur partiell auf, werden als Beilage serviert, während der durchgekaute Einheitsbrei sich als Hauptgericht angerichtet wiederfindet.

Manchmal ist es eben alleine im Schlafsack angenehmer als gemeinsam am Lagerfeuer – vor allem, wenn dort sowieso immer nur dasselbe gesungen wird.

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