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Sophie Hunger – Molecules

Es gibt nur wenige Künstler*innen, auf die sich wohl fast alle einigen können – Sophie Hunger zählt dazu. Die Schweizerin hat sich über die Jahre mit ihrem ambitionierten Gemenge aus Chanson, Folk und Jazz bei einem Publikum mit weitem Altersspektrum etabliert, auch auf ihren Konzerten ist immer wieder eine wilde Mischung im Publikum zu beobachten.

Für ihr sechstes Studioalbum „Molecules“ richtet sich Hunger nun neu aus und kreiert sowohl musikalisch als auch inhaltlich eine Liebeserklärung an ihre Wahlheimat Berlin.

So erinnern die ersten, techno-inspirierten Takte des Openers „She Makes President“ an den Soundtrack der 80er-Nostalgie-Serie „Stranger Things“, ziemlich schnell entwickelt sich der atmosphärische Song zu einem tanzbaren Indie-Pop-Song auf elektronischem Bass.

Fast scheint es so, als sei Hunger musikalisch dort angekommen, wo Feist mit „The Reminder“ bereits 2007 war. Auch der Gesang Hungers erinnert stark an die Kanadierin.

So schnell diese Assoziation entsteht, ebenso schnell lässt Hunger sie wieder verfliegen. Mit „Silver Lane“ geht es wesentlich reduzierter und folkiger weiter, die Stimme wird zart gesäuselt und mit Saitenklängen unterlegt.

Und auch das sanfte „There Is Still Pain Left“ legt den Fokus auf die cleveren Melodien und Songwriter-Skills Hungers – hier kombiniert sie außerdem elektronische Beats mit ihrer gewohnten Raffinesse.

Der charmante Lo-Fi-Sprechgesangt in „Opened A Bar“ erinnert dann wieder an Methoden, die auch Künstlerinnen wie Kate Nash häufiger anwenden.

Überhaupt wagt die Sängerin auf „Molecules“ einen musikalischen Spagat, schlägt mal in sehr chansonartige Melodien um („Cou Cou“) oder fährt zur absoluten Pop-Höchstform aus („Tricks“).

Hunger gelingt eine grundsätzliche Neu-Orientierung hier ebenso wie album-interne Wechsel zwischen den Genres, ohne mit der Tür ins Haus zu fallen. Ihr Gespür für musikalische Details ist unverändert, nur ein paar technoide Ansätze haben sich dazu gesellt.

„Molecules“ könnte das sowieso schon große Interesse an der Musik der Schweizerin noch einmal auf eine andere Hörerschaft übertragen und wird es hoffentlich auch.

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