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Ätna – La Famiglia – An Audiovisual Suite

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In Deutschland klingt gerne mal was nach gestern. Ob man von der abendlichen Unterhaltung im Fernsehen, den Speisekarten in deutschen Lokalen oder der deutschen Popmusikszene spricht, ist es immer irgendwie reminiszent, schon gewesen, wenig fesch – und selbst das Wort ist von gestern.

Ätna sind ein Duo aus Dresden und wer sich ihre aktuelle EP „La Famiglia“ anhört, wird schnell feststellen, dass in der Musik von Drummer Demian Kappenstein und Sängerin und Pianistin Inéz Schäfer so gar nichts vom deutschen Konservatismus überlebt hat. Gut so. Nicht gestern, eher übermorgen.

Warum das so ist, bekommt man gleich im ersten Track „Sister“ eindrucksvoll vorgeführt. Die vocal range von Schäfer wirkt, umringt von hallenden Beats, trotz versetzender Verzerrung inbrünstig und zielstrebig.

„Inbrünstig“, noch so ein deutsches Wort, das seinen Zenit längst überschritten hat; das zum Glück niemand mehr benutzt. Fällt uns noch eines ein? Ja! Zwielicht!

Die zwielichtige Pop-Romantik einer Banks wird nämlich in „Hearts“ samt klerikaler Introspektive zu einer minimalen, aber eindrucksvollen Indie-Hymne kondensiert. Weniger fokussiert auf die Person aber umso mehr auf den Gesamteindruck wird die Atmosphäre in den Mittelpunkt gerückt.

Genau wie die verzerrte Stimme in „Brother“ klingt es nach Interdimensionalität, wenn Piano und Stimme mit extraterrestrischer Mehrstimmigkeit ein laues Gefühl im Magen verursachen. Melancholie oder selbstbestimmte Zukunftsverwaltung im Stile von Lorde und James Blake.

Eine Ballade wie „Bond“, die in Zwischentönen ausläuft, fordert Mut und Talent. Zum Glück ist beides vorhanden.

„La Famiglia“ ist eine Zusammenstellung von nur vier Songs, die allesamt aufgenommene Live-Sessions für One-Take-Musikvideos sind. Die zärtliche und gleichzeitig bedrohliche Symbiose sämtlicher Sounds ist also nicht künstlich, sondern tatsächlich.

Ein Abtasten und Ausprobieren im natürlichen Raum statt künstliche Verdickung durch nachträgliche Stapelei. Die Musikvideos betonen nicht nur das soundästhetische Bewusstsein des Duos, sondern auch die Klarheit im visuellen Stil.

Keine künstliche Verdreckung, keine aufgesetze Perfektion, sondern authentisch Expressives. Ätna machen Zeitgeist und veröffentlichen mit „La Famiglia“ einen kurzen, aber auch einen der interessantesten Tonträger des deutschen Indie-Pops momentan.

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