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Es ist das große Ganze – Tom Odell im Interview

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Mit seinem Telekom-Hit „Another Love“ katapultierte sich Tom Odell im Herbst 2012 praktisch über Nacht in die Herzen aller Freunde opulenter Singer-Songwriter-Kost. Sechs Jahre später ist der blonde Beau von der britischen Südküste aus der Szene nicht mehr weg zu denken. Nach zwei Top-drei-Alben („Long Way Down“, „Long Crowd“) und ausufernden Award-Feierlichkeiten (2013 wurde Tom mit dem „Brits Critics‘ Choice Award“ ausgezeichnet, ein Jahr später erhielt er den Ivor Novello Award als „Songwriter of the Year“) präsentiert Tom Odell nun sein drittes Studiowerk „Jubilee Road„. Kurz vor der Veröffentlichung des Albums trafen wir den Sänger und Songwriter zum Interview und plauderten über inspirierende Nachbarn und das Fundament der Bodenständigkeit.

MusikBlog: Tom, dein neues Album „Jubilee Road“ überrascht mit einem lyrischen Konzept. Inhaltlich dreht sich alles um ein Londoner Haus, in dem du ein Jahr lang gelebt hast. Wann kam dir der Gedanke, die Erfahrungen und Erlebnisse während dieser Zeit in dein neues Album einfließen zu lassen?

Tom Odell: Es geht eigentlich nicht nur um das Haus, in dem ich gelebt habe. Es geht um das komplette Leben rund um das Haus. Es geht um die Straße, in der das Haus steht, um die Menschen, die dort wohnen, und um ihre Geschichten. Aber um auf deine eigentliche Frage zurück zu kommen: Es gab keinen bestimmten Moment. Es ist einfach so passiert. „Jubilee Road“ war der erste Song, den ich für das Album geschrieben habe. Danach kam ich aus diesem Thema nicht mehr raus. Mir fielen immer mehr Dinge rund um diese Zeit ein, die ich unbedingt mit verarbeiten wollte.

MusikBlog: Was für Dinge? Was genau war so spannend an dieser Zeit?

Tom Odell: Es war das pure Leben. Ich saß manchmal in meinem Wohnzimmer am Klavier und hörte den Fernseher des alten Mannes, der neben mir wohnte. Dann gab es eine Familie, die gegenüber wohnte und jeden Abend zur gleichen Zeit am Esstisch saß. Ich lauschte den Gesprächen auf den Fluren, und stand nachts am Fenster und beobachtete die betrunkenen Pub-Gäste, die über die Straße torkelten. Das war mein Zuhause. Das war mein Leben. Es fühlte sich ehrlich und gut an, all diese Erfahrungen in Liedern festzuhalten.

MusikBlog: Hat das inhaltliche Konzept auch auf die Musik Einfluss genommen?

Tom Odell: Ich denke, dass es zwischen der Musik und den Texten immer irgendeine Verbindung gibt. Sicher, manchmal ist zuerst der Text da. An anderen Tagen ist es aber die Musik, die fertig ist, bevor auch nur der Gedanke an einen möglichen Inhalt präsent ist. Das ist bei mir immer sehr unterschiedlich. Schlussendlich gehören Text und Musik aber immer irgendwie zusammen. Für mich ist „Jubilee Road“ ein unheimlich offenes Album. Viele Leute werden überrascht sein. Es gibt unglaublich viel zu entdecken.

MusikBlog: Gab es neben den Geschichten rund um das Haus, die dich inhaltlich inspirierten, auch Musik von außen, die dir in puncto Sound eine Richtung vorzeigt haben?

Tom Odell: Ich höre generell viel Musik. Zu der Zeit habe ich ziemlich viel von Elvis Costello gehört. Aber klingt „Jubilee Road“ wie ein Album von Elvis Costello? Nicht wirklich, oder? (lacht) Was ich damit sagen will: Musik ist irgendwie immer präsent. Aber es war jetzt nicht so, dass ich mich bewusst von einem vorgegebenen Klangbild habe leiten lassen.

MusikBlog: Andere Inspirationsquellen?

Tom Odell: Ich bin jemand, der sich von vielen Dingen inspirieren lassen kann. Ich lese beispielsweise unheimlich viel. Gute Bücher sind pure Energie. Ich höre auch gerne anderen Menschen zu. Ich bin immer offen, wenn es darum geht Neues zu entdecken. Ich denke, dass das auch der Schlüssel ist, um kreativ zu bleiben. Wenn man Sachen in Gang bringt, viel unterwegs ist, den Menschen zuhört und sich nicht zu sehr verkriecht, findet man immer spannende Themen mit denen man arbeiten kann.

MusikBlog: All die Themen, die Erfahrungen und die Musik haben dich in den vergangenen fünf Jahren zu einer Institution innerhalb des Singer-Songwriter-Genres werden lassen. Fühlst du dich wohl im Hier und Jetzt?

Tom Odell: Es gibt immer mal Tage, die stressig sind und Momente, in denen ich mir wünschte, ich könnte mal einfach alles zur Seite legen. Aber diese Augenblicke sind wirklich selten. Ich bin unheimlich glücklich und dankbar. Ich liebe, was ich tue. Ich sitze gerne vor dem Piano und schreibe Songs. Ich bin gerne unterwegs. Ich liebe es, live zu spielen. Es ist das große Ganze, das mir wirklich viel Freude bereitet und mir unheimlich viel bedeutet.

MusikBlog: Nach über zwei Millionen verkauften Tonträgern in fünf Jahren könnte man durchaus abheben. Du bist aber ein Typ, der alles andere als abgehoben wirkt. Woran liegt das?

Tom Odell: Ich denke, dass es wichtig ist, dass man die richtigen Leute an seiner Seite hat. Ich fühle mich nicht wie ein Pop-Star. Mein Umfeld behandelt mich nicht wie ein Pop-Star. Für meine Freunde bin ich einfach nur der Tom, der ich auch schon vor dem ganzen Trubel war.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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