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Ásgeir – Live im Gloria, Köln

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In Sachen Island ist Ásgeir – zumindest in Deutschland – immer noch ein bisschen der Underdog. Während seine Landsmänner Sigur Rós und Olafur Arnalds das Palladium beziehungsweise die Philharmonie füllen, spielt Ásgeir im Gloria.

Immerhin ist das ausverkauft, was allerdings auch nicht so ganz zählt, denn zur Überraschung einiger Gäste zeigt sich das Gloria heute im Lesungs-Gewand. Der Saal ist komplett bestuhlt.

Schon zur Vorband haben die meisten ihren Platz gefunden, Lücken gibt es kaum noch. Außer vier Plätze ganz vorne in der ersten Reihe, wo sich keiner hintraut. 

Nachdem die Kölner Jungs von Komplement den Abend mit Sphären-Musik, kombiniert mit außerordentlichen guten Beats, stimmig begonnen haben, betritt um Punkt 21 Uhr Ásgeir alleine mit seiner Gitarre die Bühne.

Man kann sich ziemlich sicher sein, dass der Großteil des Publikums keine Ahnung hat, was genau er da auf seiner Muttersprache singt, aber das muss man auch nicht.

Der Isländer verzaubert allein mit seiner wunderschönen Stimme und zarten Gitarren-Akkorden. „New Day“ als nächster Song kommt einem auf Englisch fast ein bisschen befremdlicher vor, weil man einfach merkt, dass Ásgeir sich im Isländischen zu Hause fühlt. 

Auch bei seinem Hit „Torrent“ entscheidet er sich nicht für die englische, sondern für die muttersprachliche Version „Nýfallið regn“, die er alleine am Klavier performt. Natürlich ist das sehr gefühlsgeladen und schön, allerdings kann man sich nicht ganz davon lossagen, dass man die leichtfüßigen Beats ein bisschen vermisst. 

Generell fehlt irgendwie ein Schlagzeug am heutigen Abend. Die Beats kommen ausschließlich vom Band, was sich zum Großteil auch leider nicht überhören lässt. Das ist schade, denn gerade Songs wie „King + Cross“ leben von der perfekten Ausgewogenheit von Instrumenten und Stimme.

Mit Ásgeir am Klavier, nur einem Gitarristen und dem Produzenten, der sich hinter seinem Synthesizer versteckt und die Bänder ankurbelt, gerät diese öfter mal ins Wanken.

So kann man auch das Potential der neuen Songs, die auf Ásgeir kommenden Album im September erscheinen sollen, nur erahnen. Beats batteln sich mit überbordeter Lightshow und pendeln dabei zwischen Klängen, die entweder in entfernte Galaxien oder mit ihren Depeche-Mode-Anleihen in die Achtziger entführen.

Lust auf mehr macht es aber trotz des genannten Wermutstropfen. Was den ganzen Abend ohne Zweifel über allem thront, ist die stimmliche Perfektion. Nicht nur die Ásgeirs, sondern auch die seines Gitarristen Julius, der sein Guns’N’Roses-Shirt mit stolzgeschwellter Brust trägt.

„Julius kenne ich seit ich sechs bin. Ich wollte schon immer mit ihm in einer Band spielen, aber er ist sechs Jahre älter als ich, deswegen war ihm das zu uncool. Aber mittlerweile hat sich alles eingerenkt“, stellt Ásgeir ihn höflich vor.

Spätestens als Ásgeir das Publikum dann noch zum Merch-Stand einlädt, um vorbei zu kommen und Hallo zu sagen, ist auch keiner böse, dass Ásgeir gerade mal 80 Minuten gespielt haben.

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