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Weval (Credit Rene Te Riele)

Weval – The Weight

„The Weight“ heisst das neue Album von Weval. Die 13 Tracks sind aber alles andere als schwer, eher schwebend, elektronisch, düster. Harm Coolen und Merijn Scholte, die seit 2010 zusammen Musik machen, streifen mit uns durch dichte und weite Electronica-Landschaften.

Eröffnet wird der neue Longplayer mit dem Titeltrack „The Weight“. Verzerrte Stimmen, Synthie-Loops, strukturierende Basslines und verwobene Beats, so skizziert der Opener das Album.

„We roll together“ singt eine klare Kinderstimme zu Beginn von „Roll Together“. Im Kontrast dazu stehen der bassige Soundteppich und verzerrte Stimmschnipsel.

Die beiden Niederländer Coolen und Scholte sind echte Soundfrickler. Ihre Tracks sind so raffiniert und ausgefeilt, dass das Duo zukünftig stimmungsvolle Filmszenen mit ihren Tracks bereichern könnte.

So spitzt sich „Look Around“ fünfeinhalb Minuten lang zu und könnte der perfekte Song für eine Verfolgungsszene durch einen dunklen Wald sein.

Beinahe schüchtern beginnt „Are You Even Real“: Da knistert es leise, der Sound verdichtet sich, Stimmen und Echos verschmelzen. Ein Song wie ein Fiebertraum zwischen Realität und virtueller Welt.

Wann kommt der Einsatz von Thom Yorke, könnte man sich fragen, wenn man „Someday“ hört. Der Song ist so düster und detailverliebt, er klingt wie eine ehrfürchtige Hommage an Radiohead.

Wie vertont man Stille? Erwartungsgemäß ist „Silence On The Wall“ eine ruhige und reduzierte Nummer. Was nicht fehlt: Spieluhr-Sounds und mythologischer Sirenengesang, allerdings ohne tödlichen Ausgang.

Bei „Heartbreak Television“ wird der Gesang mal ganz tief und dann wieder hoch gepitched. Gemäß dem Motto: Gender is a spectrum. Ob es in dem Lied um die Weltlage oder die persönliche Befindlichkeit geht, entscheidet die hörende Person.

Das zweite Album ist bekanntlich nicht das Einfachste, aber Weval haben mit „The Weight“ gezeigt, dass wir noch viel von den Niederländern erwarten dürfen.

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