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Jade Bird (Credit Nicole Nodland)

Jade Bird – Jade Bird

Wenn Jade Bird mit ihren langen Haaren und der schneeweißen Akustikgitarre auf einem Hocker sitzt und dem Betrachter des Ganzen einen melancholischen Blick zuwirft, hat so manch ESC-Nerd sofort das Bild einer 17-Jährigen Gymnasiastin vor Augen, die die Welt um „Ein Bisschen Frieden“ bittet.

Der äußere Schein trügt aber – zum Glück. Sobald der vermeintliche Nicole-Klon nämlich die Musik sprechen lässt, verabschieden sich in ermüdenden Klang gegossene Weltfriedenswünsche ins tonale Nirgendwo.

Mit gerade mal 21 Kerzen auf dem Geburtstagskuchen präsentiert sich die britische Songwriter-Newcomerin bereits wie ein altes Business-Häschen, das genau zu wissen scheint, wie man der angepassten Lagerfeuer-Pop-Branche neues Leben einhaucht.

Auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum geht es inhaltlich um Scheidung, Desillusion, Betrug und Trauer – schwere Themen, denen Jade Bird allerdings ein musikalisches Soundgerüst zur Seite stellt, dass nur selten Trübsal bläst.

Die Sängerin mit dem dynamischen Glockenorgan begegnet den Schattenseiten des Lebens mit jugendlicher Frische. Im Stil einer kurz vor dem emotionalen Ausbruch stehenden Janis Joplin leckt Jade Bird nur langsam verheilende Wunden („I Get No Joy“).

Im Greta-von-Fleet-Shirt geht’s Richtung Stadion („Uh Huh“). Und mit den Pixies im Ohr kann eh nix schiefgehen („Good At It“). Egal ob am Klavier, mit der Akustikgitarre im Arm, ganz allein oder mit einer homogenen Band im Hintergrund:

Jade Bird überzeugt mit ihrem Debütalbum auf ganzer Linie. Jools Holland und die halbe Insel sind schon hin und weg. Und der Rest der Welt? Der wird auch bald folgen.

Britische Pop-Essenz trifft auf urbane Americana-Kunst. Beide Daumen hoch. Top!

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