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Robert Forster (Credit Matthias Zeiger/MusikBlog)
Robert Forster (Credit Matthias Zeiger/MusikBlog)

Robert Forster – Live im Naumanns, Leipzig

06.12.2019, Naumanns in Leipzig. Kein geringerer als die australische Indie-Songwriter Legende Robert Forster wird auf der kleinen Bühne neben dem Felsenkeller ein Konzert geben.

Noch schöner wäre es allerdings gewesen, wenn sein 2006 von uns gegangener, langjähriger musikalischer Begleiter Grant McLennan mit von der Partie sein hätte können.

Denn obwohl sich beide rituell um die Alpha-Position bei den Go-Betweens stritten, wurde ihr gemeinsamer Konsens Kulturgut, welches von Robert Forster bei seinen Live-Performances allein oder mit kleiner Kapelle weiter in Ehren und am Leben gehalten wird.

Eine Band hat er bei seinem zweiten Auftritt in der Messestadt überhaupt nicht dabei, ganz allein kommt er aber auch nicht. Karin Bäumler, die kurz vor dem Auftritt noch höchstpersönlich den Merch-Stand aufbaut, wird mit ihrer Violine für Melancholie sorgen, ein Xylophon bedienen und ihren Gatten partiell als Background unterstützen.

In der kleinen Musik-Kneipe im Leipziger Westen haben sich an diesen Abend erkennbar viele, wenn auch nicht in allzu großer Zahl, versammelt, die bereits in ihrer Jugend ihr Herz an die Musik des Mannes aus Brisbane verloren haben.

So ist die Atmosphäre beinahe familiär, als Mr. Forster unter herzlichem Applaus kurz nach neun fast wie durch das eigene Wohnzimmer zur Bühne geht. Die mitgeführte Gitarre wird eingestöpselt und „Born To A Family“ aus dem Spätwerk der Go-Betweens eröffnet den Gig.

Der Meister ist gut bei Stimme, viele im Lokal werden sich an den Moment erinnern, als sich Robert bei seinem 2005er Auftritt in der hiesigen naTo erst einmal einen Kräutertee anforderte, um sein Organ auf Vordermann zu bringen.

Der von Nick Cave einst als „wahrhaftigster und seltsamster Poet seiner Generation“ geadelte, platziert seine Lyrics auf einem akustischen Unterbau, wird zunächst das Vermächtnis an die Band, die trotz Rough-Trade-Vertrages nie den kommerziellen Durchbruch schaffte, hochhalten, um im weiteren Verlauf mehr und mehr Solomaterial (zuletzt erschien „Inferno“, bei dessen Entstehung u.a. Earl Harvin von den Tindersticks mitwirkte) einzustreuen.

Ob bei Klassikern wie „Spring Rain“ oder dem poppigen „Inferno (Brisbane In Summer)“- der Best-Ager ist stets charismatischer Souverän, unterhält die Anwesenden amüsant mit der Entstehungsgeschichte von „Darlinghurst Nights“ und dem einzigen von ihm gespielten, sehr kurzen, Gitarrensolo von „Life Has Turned A Page“, und es überrascht einmal mehr die Dynamik, die mit zwei unverstärkten Instrumenten generiert werden kann.

Nach einer guten Stunde erklärt Robert Forster, dass jetzt zwar offiziell Schluss sei, auf das Herausklatschen aus dem Backstage jedoch verzichtet wird und freiwillig weitere Songs folgen werden.

„Head Full Of Steam“ gehört ebenso wie das ergreifende Duett „Songwriters On The Run“ zur Zugabe, wird das Publikum bei „Surfing Magazines“ zum Adventssingen eingeladen.

Später entlassen in die schmuddelige Nacht, fällt erst richtig auf, wie sehr die vergangene Veranstaltung erwärmte.

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