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Douglas Dare (Credit Furmaan Ahmed)

Douglas Dare – Milkteeth

Manchmal liegt die musikalische Raffinesse ausgerechnet im Minimalismus und in dem Talent, mit nur wenigen Mitteln das maximale Potential eines Songs auszuschöpfen und ihm doch Raum für Weiterentwicklungen zu lassen.

So verschachtelt diese Vorstellung ist, so einfach erklingt sie in den Songs von Douglas Dare: Der britische Songwriter gehört seit seinem Debütalbum „Whelm“ zu den Interessanteren seines Landes und zu den Künstlern, die scheinbar gar nicht anders können als tief in persönliche Erlebnisse blicken zu lassen.

Auf seinem dritten Album „Milkteeth“ wirft Dare einen musikalischen Blick auf seine Kindheit und Jugend und beleuchtet deren Glanzmomente und Schattenseiten.

Während die meistern seiner Songs bisher ausschließlich am Klavier entstanden sind, wendet sich Dare für „Milkteeth“ einem für ihn neuen und insgesamt in vielen Genres stiefmütterlich behandeltem Instrument zu:

Der Autoharp, einer Art Kastenzither, die vor allem im Folk zum Einsatz kommt. Kaum hatte der Sänger sich mit dem Holzkasten beschäftigt, sollen die Ideen für „Milkteeth“ gerade zu aus ihm herausgesprudelt sein.

So entstand die Vorabsingle „Silly Games“ in unter einer Stunde. Die flüssige Entstehung des Albums ist auf „Milkteeth“ spürbar. Nicht nur, dass die Songs sich inhaltlich der gleichen Basis bedienen, auch der Sound geht mit bedingungsloser Offenheit und elegantem Minimalismus gerade zu ineinander über.

Der Opener „I Am Free“ mag in Betracht der später eher sanft werdenden Musik eine ungewöhnliche Wahl sein. Während Dares Gesang neben den dramatischen Klaviertönen einen unmelodischen Eindruck hinterlässt, birgt der Song Potential für eine breitere Instrumentierung: Ein elektronischer Mix wäre genauso denkbar wie eine tanzbare Popballade.

Douglas Dares besondere Gabe liegt in den Möglichkeiten seines Songwriting. Aber auch in der Zerrissenheit, die ihn sowohl Songs wie das mit dumpfen und nur leicht wahrnehmbaren Beats unterlegte „The Playground“ als auch das an ein Schlaflied erinnernde „Heavenly Bodies“ auf einem Album vereinen lässt.

Das Interesse an seinen entreißenden Songs sollte auch bei diesem Album nicht nachlassen.

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