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Oh Wonder (Credit Universal Music)

Oh Wonder – No One Else Can Wear Your Crown

Müssen Popsongs eigentlich immer eingängig sein? Nicht alle Stücke, die gut sind, packen auch von der ersten Sekunde an. So ist es auch bei den Songs von Oh Wonder.

Das Duo aus London schrabbt allerdings mit ihren oft gehörten Elektro-Fanfaren und sanften Synthie-Sounds immer wieder haarscharf an der Belanglosigkeit vorbei.

Hit-Zwang und Mainstream-Gedudel kommt bei Oh Wonder trotzdem scheinbar nicht in Frage – auch ihr mittlerweile drittes Album „No One Else Can Wear Your Crown“ lässt die Einstellung, Musik zu spielen, auf die man selbst Lust hat, durchschimmern.

Theoretisch bringt das Duo einige Sound-Elemente mit, die am Ende auch eine ästhetische Mischung ergeben könnten: Subtile Elektronik und lockerer Indie-Sound treffen hier auf den unglaublich sauberen Gesang von Josephine Vander Gucht.

Inhaltlich dreht sich „No One Else Can Wear Your Crown“ um lyrische Klassiker: Herzschmerz, Trennungen und wie man danach wieder im Leben zurecht kommt. Die Geschichten basieren auf persönlichen Anekdoten: Gucht und Band-Kollege Anthony West sind auch privat ein Liebespaar und legen ihre erlebten Beziehungen auf diesem Album offen.

Das reicht vom sentimentalen Klavier-Duett „Better Now“, welches durch Schnipsen und elektronische Wummereien immer wieder aufgelockert wird, über das poppig-dynamische „Drunk On You“, bis hin zur eiskalten Einsicht „I WIsh I Never Met You“, in dem Gucht und West wieder gemeinsam singen und von Geigen begleitet werden.

Doch bei all dem, was Oh Wonder bereits richtig machen, gelingt es ihnen auf ihrem dritten Album nicht, nachhaltig zu beeindrucken. Erst beim Schlusslicht „Nebraska“ blühen sie musikalisch ein einziges Mal so richtig auf, Guchts Gesang ist hier besonders packend, obwohl der Sound nur wenig hergibt, was diesen unterstützen könnte.

Damit aus dem großen Synthie-Pop-Sumpf herauszustechen, bleibt für Oh Wonder dennoch unmöglich, zu viele Bands gehen derzeit diesen Weg und legen in vielen kreativen Angelegenheiten noch eine Schippe drauf. Vielleicht wäre dieser Schritt auch für Oh Wonder ratsam.

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