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Tom Gregory (Credit Maximilian König)

Tom Gregory – Heaven In A World So Cold

Anders als anderswo, ist es hierzulande kein Karriere-K.O., wenn man frühzeitig bei einer Casting-Show ausscheidet oder überhaupt daran teilnimmt. Diese Erfahrung dürfte auch Tom Gregory zurzeit machen.

Der Songwriter aus Blackpool in England nahm mit 17 Jahren an der UK-Version von The Voice teil und musste die TV-Sendung bereits in der Vorrunde verlassen. Mittlerweile ist er 25 und hat es auch ohne Sieg vor der Kamera geschafft, einige erfolgreiche Singles zu veröffentlichen. Mit „Heaven In A World So Cold“ legt er nun sein Debütalbum nach.

Der Opener „Small Steps“ oder die weitere Vorabsingle „Fingertips“ dürften dabei einigen bereits aus dem Radio oder TV-Werbungen bekannt sein. Und Gregorys vorantreibender Pop, der sich mal auf Klavier und mal auf vielschichtige Drum-Konstellationen fokussiert, ist für beides genau wie gemacht.

In Gregorys Songs steckt eine gewisse aufgebauschte Dramatik, die sowohl durch seinen wechselhaften Gesang als auch durch die überladene Produktion unterstrichen wird. Beides überfordert schnell und führt auf „Heaven In A World So Cold“ leider dazu, dass sich die einzelnen Stücke kaum wirklich voneinander unterscheiden lassen.

Rhythmisches Händeklatschen („Let It Be History“) trifft bei Tom Gregory auf gepfiffene Melodien oder auch hektische Bass-Elektro-Kombinationen („Pictures“). Damit bedient der Sänger, der teilweise auch in Hamburg lebt, viele Klischees des zeitgenössischen Radiopop.

Eine Taktik, mit der man eine Weile kommerziell möglicherweise erfolgreich sein kann, allerdings auch eine, die seinem Debütalbum nicht unbedingt einen Gefallen tut.

Besonders ärgerlich: Die Melodien von „Heaven In A World So Cold“ könnten wahrscheinlich mehr, wenn sie in einem bodenständigeren Gewand daher kommen würden.

So könnte die Liebesballade „Pictures“ auch aus Ryan Tedders Feder stammen, der immerhin für eine hochwertigere Variante des kurzweiligen Mainstream-Pop steht.

Außerdem macht Tom Gregory auch nur wenig falsch, dafür will er von allem offenbar zu viel und überlädt seine Songs gnadenlos. Ob eine Piano-Version des Albums wohl eine Idee für ihn wäre?

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