Dawes – Good Luck With Whatever

Hat man 2020 noch etwas von Folk-Rock zu erwarten? Neue Innovationen, Genre-Paarungen oder die Öffnung für elektronische Sounds? Geht es nur noch um die Vertiefung des Songwriting mit lyrisch möglichst hochwertigen oder sehr persönlichen Zeilen?

Auch der Sound von Dawes tendiert dazu, in dieser Blase zu stagnieren. Die Band aus Los Angeles lässt sich von zeitlosen Musiklegenden wie Joni Mitchell, Crosby, Stills And Nash sowie Neil Young inspirieren und legt diese Lieblingsbands offenbar auch auf ihrem neuen Studioalbum „Good Luck With Whatever“ nicht ab.

Das ist natürlich ehrenwert, aber nicht immer förderlich für die eigene Karriere. Und zugegeben – auch, wenn das Genre Folk-Rock sich in den vergangenen Jahrzehnten nur bedingt weiterentwickelt hat, eines muss man ihm ja zugute halten: Wandelbar ist es.

Das machen sich auch Dawes zunutze. Während der Opener „Like A Kid“ mit derben Gitarren ein paar Blues-Momente im Gepäck hat, schlägt der Titelsong „Good Luck With Whatever“ mit einem gleichbleibendem Rhythmus direkt eine gediegenere Richtung ein.

Das darauffolgende „Between The Zero And The One“ erinnert teilweise an den talentierten Ben Folds, allerdings beweist die Gruppe um Frontmann Taylor Goldsmith leider weit weniger Feingefühl für packendes Songwriting.

In dem hitverdächtigen „None Of My Business“ legt das Klavier dann einen Zahn zu, der Sound pendelt sich irgendwo zwischen Americana und Blues ein.

Auch wenn sie sich auf ihrem siebten Album offenbar nur wenig trauen und keiner der Songs zu einem wirklichen Ausreißer aufblüht: Handwerklich sind Dawes aufeinander eingestimmt und verstehen etwas davon, die mal melancholische und mal ausgelassene Stimmung von Folk zu transportieren.

Und generell ist es der zugehörige Spirit, der „Good Luck With Whatever“ auch ohne neue, musikalische Wendungen zumindest solide gestaltet:

Das Album wurde stilecht in Nashville produziert und beschäftigt sich mit den Erwartungen des Erwachsenseins. Und vielleicht können die ebenso seicht bleiben wie die, die man an Folk-Rock stellt.

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