Hello Forever – Whatever It Is

Den Beatles-Moment schlechthin hat man auf dieser Platte in den ersten Takten von „Get It Right“: nur ein paar Sekunden dieses lockeren Rhythmus, dieses so unbekümmert dahergesungenen „Yeah Yeah Yeah…“ und man meint nicht Sänger Samuel Joseph, sondern Paul McCartney hier zu hören, man wägt sich nicht im Jahr 2020, sondern ungefähr 1967.

Aber nein, wir haben es hier nicht mit einem späten Revival der Rock-Pioniere zu tun, sondern mit dem siebenköpfigen Kollektiv Hello Forever und ihrem Debütalbum „Whatever It Is“.

Das ist ein Vergleich, den nicht gerade jede Newcomer-Band provoziert. Und so zeitlos, wie der Bandname der Kalifornier klingt, so ist auch ihre Musik: Sechziger-Jahre-Pop mit einer Dosis Psychedelic und der Brise Flowerpower, dem man nur hier und da sein tatsächliches Erscheinungsjahr anhört.

Es ist die Stimmung dieser Songs, die es so einfach machen, dieses Album lieb zu haben: Ein Album, auf dem die Sonne niemals unterzugehen scheint. Das genug Westküsten-Sommer konserviert, um damit durch den ganzen Herbst und Winter zu kommen.

Neben dem durchweg unerschütterlichen Optimismus, der sich durch die ganze Platte zieht, sind es vor allem die zusammenwirkenden Stimmen, die den Sound dieser Songs ausmachen:

„Anywhere Is Everywhere“ besteht hauptsächlich aus einem Acappella-Chor („Ooh schalala“), statt Percussion nur Fingerschnipsen, während Frontmann Joseph schmettert: „Everything’s fine“.

„I Want to Marry You“ ist ebenfalls fast komplett stimmengetragen und entwickelt dadurch eine unwiderstehliche, psychedelische Energie.

Im rockigeren „Natural“ oder dem Eingangstrack „Some Faith“ kommt noch eine E-Gitarre dazu – ansonsten könnte man höchstens an den dezenten Elektro-Beats in „Rise“ ausmachen, dass es sich hier doch um eine ganz aktuelle Platte handelt, wenn die Beach Boys für ein paar Minuten Metronomy Platz machen.

„Whatever It Is“ ist Indie-Pop für Nostalgiker und 60s-Vibe für Millennials – beide dürften in Hello Forever ihre neue Lieblingsband finden.

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