Samsara Joyride, ein Blues-Rock-Duo aus Wien, hat vor Kurzem seine selbstbetitelte Debüt-EP veröffentlicht.

In Genres gesprochen, lässt sich die Musik der zwei Jungs am besten als psychedelischer Blues mit Stoner-Rock Einflüssen beschreiben. Konkret heißt das: Wer auf atmosphärischen Gitarrensound, von kreischend verzerrt bis melancholisch verträumt, lange, ausge­feilte Gitarrensoli und intelligente, gesellschaftskritische Texte steht, wird in den 37 Minuten dieser ersten EP voll auf seine Kosten kommen.

Auch wenn sich die beiden Wiener bewusst an den Sound der späten 60er und frühen 70er anlehnen, ist hier kein Aufguss der alten Kamellen zu erwarten, denn in jedem der fünf Songs werden die verschiedenen Einflüsse neu und abwechslungsreich kombiniert und arrangiert, so dass keines der Lieder wie das vorherige klingt.

Die EP ist eine komplette Heim- und Eigenproduktion. Vom Schlagzeug abgesehen, sind alle Instrumental- und Gesangsspuren mit nur einem Mikrofon im Wohnzimmer des Leadgitarristen Michael Haumer entstanden, der übrigens auch die Bassspuren und Teile des Hintergrundgesangs übernommen hat.

Eine Abbey-Road-mäßig perfekte Studioqualität, wie man sie aus den heutigen Charts gewohnt ist, ist demnach nicht zu erwarten. Doch es ist eine Heimproduktion, bei der man schon genau hinhören muss, um es zu bemerken. Und die kleinen Fehler – oder besser: Ungenauigkeiten – können so einer Platte auch erst ihren Charakter verleihen.

Das Schlagzeug haben Samsara Joyride, nachdem sie in Corona-Zeiten Schwierig­keiten hatten, eine*n Schlagzeuger*in zu finden, kurzerhand von einem Drummer aus Kanada mit dem klangvollen Namen Jordan McQueen einspielen lassen. Zweifellos ein netter Neben­effekt der Globalisierung, aber sicher keine Dauerlösung.

Wen das alles neugierig gemacht hat, der darf sich gerne selbst überzeugen, denn die EP steht als kostenloser Download/Stream auf Bandcamp zur Verfügung. Wem die Musik gefällt, der ist natürlich aufgerufen, die Band mit einem kleinen Beitrag zu unterstützen.

Die fünf Songs der EP sind erst der Auftakt. Genug Material für ihr erstes richtiges Album haben Samsara Joyride schon in petto und auch ein Bassist ist zwischenzeitlich dazugestoßen. Das Debütalbum soll nächstes Jahr um diese Zeit erscheinen, diesmal ganz professionell im Studio produziert.

Alle Einnahmen werden demnach in die Studiomiete fließen und somit wiederum der Hörerschaft zu Gute kommen. Diese erste Veröffentlichung ist also auch ein Stück weit als Fundraiser zu verstehen.

samsarajoyride.bandcamp.com/

Unterstützt von MusikBlog Newcomer Programm.

Facebook
Twitter

Schreibe einen Kommentar

Das könnte dir auch gefallen

Login

Werde MusikBlog-Mitglied!

Wir unterstützen die lokalen Musikszenen und vor allem kleinere Bands und Nachwuchs-Künstler*innen. Hilf auch du uns dabei mit einem kleinen monatlichen Beitrag.