Lyian aus Berlin hat vor Kurzem seine neue Single “Methadon” veröffentlicht, zu der es auch ein Video gibt.

Lyian ist Pop für die neuen 20er. Hier werden keine Genres vermischt, sondern alle Einflüsse wie selbstverständlich nebeneinander gestellt. Indie-Pop? Rap? New-Wave? Völlig egal. Playlist-Pop, der sich aufmunternden Phrasen, Wohlfühl-Eskapismus und männlichem Gehabe verweigert. Lyian zelebriert seine eigene Fragilität.

Zu still für eine Punkband, zu queer fürs Vereinsheim. Lyians Jugend ist bestimmt von Ausgrenzung und Fremdheit. In der Großstadt erhofft er sich einen Ausweg. Also, ab nach Berlin. Doch was passiert, wenn sich auch dort kein Gefühl der Zugehörigkeit einstellt und die alten Konflikte nur einen neuen Anstrich bekommen?

Auf die Ankunft in Berlin folgen Jahre der Orientierungslosigkeit. Hausen in unbeheizten Wohnungen, tagsüber Schwarzarbeit, nachts Herumtreiben, Studiengänge abbrechen und andere wieder aufnehmen. Probleme mit Alkohol, Drogen und Depression – aber immer mit der Sehnsucht und der Ahnung, dass da mehr geht, dass ein Leben möglich ist, das vom Musikmachen bestimmt ist.

Gleich mit seiner ersten Single möchte Lyian das zurückgeben, was ihn selbst gerettet hat. Begleitet von einer Melodie wie aus einem Kinderlied, besingt er das Kaputte und die Einsamkeit. Trost findet er dort, wo man füreinander da ist, und davon erzählt Lyian so ehrlich und verständnisvoll, dass er uns direkt in die Arme schließt.

Im dazugehörigen Video, gedreht von Sören Witzel, tanzt er sich durch eine Kulisse, die einem David-Lynch-Film entsprungen sein könnte. Die Atmosphäre einer durchzechten Nacht, die gleichzeitig Wärme und Hoffnung ausstrahlt. Lyian streift die einsamen Gestalten – und lädt sie ein, an seiner Seite zu bleiben.

„Methadon“ ist eine Hymne an Freundschaft, Nähe und Geborgenheit. Sie ist das Versprechen, dass nach jedem noch so schlimmen Absturz jemand da ist und wartet.

www.lyian.de/

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