LoneLady – Former Things

Wenn Fans von LoneLady eine Sache mitbringen müssen, dann ist es Geduld: Ein halbes Jahrzehnt hat sie sich Zeit gelassen, um mit „Hinterland“ (2015) den Nachfolger ihres Debüts „Nerve Up“ zu veröffentlichen, seitdem sind weitere sechs Jahre ins Land gegangen. Morgen bekommen wir nach langem Warten endlich „Former Things“ zu hören.

Da ist man vielleicht erst mal enttäuscht, dass sich auf dem Werk nur acht Tracks finden. Doch dieser erste Eindruck hält nicht an:

Die Songs sind nicht nur lang, sie haben es auch in sich. Und durch die ausgiebige Benutzung von Drumcomputern und Synthesizern, die mit einer Portion Funk verschmelzen, knüpft „Former Things“ im Großen und Ganzen dort an, wo „Hinterland“ aufgehört hat.

Was das Album allerdings von seinem Vorgänger unterscheidet, ist sein noch poppiger Klang. „Hinterland“ attestierten wir 2015 noch, bei jedem Hörgang besser zu werden, inzwischen hat LoneLady ihre Post-Punk-Funk-Elektro-Pop-Mische derart perfektioniert, dass die Songs sich schon beim ersten Durchlauf direkt im Kopf festsetzen.

Schon der Opener „The Catcher“ verführt zum Mitgrooven, die sich anschließende Vorabsingle „(There Is) No Logic“ bleibt im Ohr und die anderen sechs Songs stehen den Genannten in nichts nach. Trotz teilweise bedrückender Songtitel und -texte ist „Former Things“ klanglich überraschend optimistisch.

Das ist vielleicht der neuen Umgebung geschuldet, in der die Musikerin die LP erschuf. Statt wie üblich im Heimstudio oder in Industrieruinen des kargen Manchester aufgenommen, entstand das jüngste Werk im Rahmen ihrer Künstlerresidenz im Somerset House Studio in der Kulturmetropole London.

Zu ihrem neuen Studio meinte sie, es sei „zum Teil ein Nachtclub, zum Teil eine Kunstinstallation“ – und eigentlich ist das auch eine ziemlich treffende Beschreibung für den Vibe, den wir auf dem Album zu hören bekommen.

Denn während die künstlerische Herangehensweise zwar überzeugt, weil LoneLady ihr Handwerk einfach drauf hat und Sound-Elemente übereinander schichtet, bis daraus einzigartige Stücke entstehen, zeichnet sich die Platte vor allem durch eins aus: Nach nur wenigen Takten möchte man sofort den nächsten Dancefloor stürmen.

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