Imagine Dragons – Mercury – Act 1

Mit Alternative-Rock ist das ja so eine Sache. Sehr wage definiert, kann das Genre mal innovativ und mal eher abgedroschen daher kommen. Und abgesehen von der ewigen Debatte um Authentizität und ob sie überhaupt noch wichtig ist, hat Alternative-Rock noch einen weiteren Schwachpunkt: mangelnde Inspiration.

Statt packende Melodien und überraschende Gitarrenriffs zu liefern, wird nicht selten auf Tricks zurückgegriffen. Gröhlend-rollender Gesang des Frontmanns, platte Wiederholungen von Wörtern oder kurzen Phrasen um einen Ohrwurm zu erzwingen und Drum-Sounds im Stampf-Rhyhtmus sollen den Anschein erwecken, dass es sich hier tatsächlich um eine „rockige“ und „authentische“ Band handelt. Außerdem müssen alle Songs potenziell auch als Hymne fungieren können.

Ja, all das mag auf das bisherige Werk von Imagine Dragons zutreffen. Allerdings ließen sich auch unzählige weitere Interpreten so beschreiben.Vor allem die, die mit Rock 2021 überhaupt noch im Mainstream erfolgreich sind. Diese altbekannte Taktik haben Imagine Dragons auch für ihr fünftes Album „Mercury – Act 1“ nicht abgelegt.

Schon der Opener „My Life“ kommt mit künstlich provozierten Wort-Wiederholungen, fantasielosen Reimen und der dauer-knödelnden Stimme von Dan Reynolds daher. Was den Song aber von Vorzeigehits der Band aus Las Vegas wie „Radioactive“ unterscheidet:

Vor allem Klaviertöne sind ausschlaggebend für die Melodie. Dass Imagine Dragons mit einer Ballade beginnen, kommt tatsächlich unerwartet.

Viele weitere spannende Wendungen bleiben auf „Mercury – Act 1“ allerdings aus. Eher stellt sich die Frage, ob die Band sich ihrer eigenen Abgedroschenheit überhaupt bewusst ist. „I Just Need To Let It Go/ Waiting On A Miracle / Guess That’s Just The Way It Goes/ Easy Come, Easy Go“, diese bedeutungsleeren Zeilen singt Reynolds beispielsweise in „Easy Come Easy Go“.

Inhaltlich ist also alles beim Alten, musikalisch wagen sich Imagine Dragons zumindest mit größeren Schritten in Richtung Pop. „It’s Ok“ und „Lonely“ wirken fast schon, wie von einem völlig anderen Künstler. Sie machen aber auch klar:

Die Musik der Band ist, völlig wertfrei betrachtet, höchstkommerziell. Und wahrscheinlich auch genauso uninspiriert, wie sie eben ist.

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