Wie vor Kurzem angekündigt, fand am gestrigen Montag die erste von zwei Hauptrunden des diesjährigen Sprungbrett-Wettbewerbs für Münchner Newcomer-Künstler*innen statt. Das Sprungbrett wird veranstaltet von der Fachstelle Pop des Münchner Feierwerk.

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage, gab es in diesem Jahr keine Vorrunden. Außerdem muss leider – wie sich gestern herausstellte – das Finale aufgrund der neuen Beschränkungen entfallen. Deshalb werden im Anschluss an die jeweilige Hauptrunde gleich die zwei Gewinner gewählt. Ein Gewinner-Act wird vom anwesenden Publikum gewählt und einer von einer Jury.

Für die erste Hauptrunde qualifiziert waren Floating Nutshells, Alisa Rivera, Pure Dirt und Diana Goldberg. Den Anfang machen Floating Nutshells. Mit etwas gewöhnungsbedürftiger Stimme rocken sich die Vier durch ihr Set auf der Suche nach wiedererkennbaren Hooklines. Allerdings feiern die Zuschauer*innen den Auftritt frenetisch und tanzen ausgelassen vor der Bühne.

Danach kommt Alisa Rivera, für ihren Auftritt unterstützt mit einem Orchester und einem Gitarristen. Die einzige Künstlerin, die auf Deutsch singt, geht gut auf das Publikum ein, könnte aber in ihrer Performance etwas weniger reduziert und mit mehr Energie den Saal einnehmen. Die Tiefe fehlt leider auch etwas in den schlageresken Texten.

Es folgen Pure Dirt mit ihrer beeindruckenden Mischung aus Rage Against The Machine und Courtney Love. Frontfrau Antonella, die auch mit ihrer Frisur an Zack de la Rocha erinnert, bringt “dreckigen” Dampf in die Kranhalle des Feierwerks. Ihre Stimme kommt live deutlich energetischer und weniger schrill rüber. Mit ihren Ansagen und ihrer wilden Bühnen-Show heizt sie dem Publikum ordentlich ein.

Kurz vor 22:00 Uhr beginnt dann Diana Goldberg. Am Anfang noch etwas nervös, erklärt sie toxische Beziehungen als Thema des Abends, gewinnt aber das Publikum mit ihrer authentischen Art und den persönlichen Anekdoten zu jedem ihrer Songs.

Mit ihren Mitmusikern Joseph Feinstein und Chris Rello spielt sie ihre Hits “FYI” und “Game Over”. Allein am Piano – nach etwas lang geratener Songpause – präsentiert sie dann mit eindrucksvollem Gesang einen neuen, bisher unveröffentlichten Song.

Danach folgt die neue Single “BLACKBLUEYELLOW”. Diana, mittlerweile warm gelaufen, übt mit dem Publikum das Refrainsingen und euphorisiert die Zuschauer*innen auch im abschließenden Song, bei dem nahezu alle ihr Handy oder Feuerzeug in die Höhe halten.Vorher singt sie ihrem Freund, natürlich mit Unterstützung der Gäste, noch ein Geburtstagsständchen.

Das begeisterte Publikum fordert sogar – zum ersten Mal am gestrigen Abend – eine Zugabe, die jedoch leider wegen des bereits überzogenen Zeitplanes nicht stattfinden kann. Ein wirklich schöner Abschluss.

Den Abschluss der 1. Hauptrunde bildet dann die Bekanntgabe der Gewinner*innen, vortragen – so spannend wie die deren Ermittlung von Mitorganisatorin Alessa Patzer, die als Moderatorin charmant durch den Abend führte.

Das Publikum hat sich für die Floating Nutshells als Gewinner entschieden. Die Jury, in der auch MusikBlog Mitglied ist, kam nach ausgiebiger Diskussion zu einer äußerst knappen Entscheidung – zugunsten von Diana Goldberg. Herzlichen Glückwunsch an beide Acts, die sich über eine Förderung über jeweils 1.500,- EUR freuen dürfen.

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