Nach der 1. Hauptrunde am Montag fand gestern die 2. Hauptrunde des diesjährigen Sprungbrett-Wettbewerbs der Fachstelle Pop im Münchner Feierwerk statt. Von ca. 60-70 Künstler*innen, die sich beworben hatten, haben es acht in die zwei Hauptrunden geschafft. Diese sind Floating Nutshells, Alisa Rivera, Pure Dirt und Diana Goldberg, die am Montag am Start waren und Fragile ElephantBloodline Marlenarium und Inlier für die gestrige Runde. Die besten zwei des jeweiligen Abends, ein Act gekürt vom Publikum und ein weiterer von der Fachjury, kommen ins Finale. Ob dieses im Dezember – wie geplant – live vor Ort stattfinden wird, steht noch in den Sternen bzw. in den Inzidenzkurven.

Den Anfang machen Fragile Elephant. Die Elephants bieten eine solide (und das ist gar nicht abwertend gemeint) Performance. Nur die Gitarrenpassagen, für die wohl The Mars Volta Pate stand, geraten teilweise zu lang. Schlagzeuger Samu (der sehr stylisch mit bauchfreiem Top und Strickjacke erscheint) und Sänger Max wechseln sich in den Ansagen ab und bringen das Publikum zum begeisterten Mitmachen sowie zur ersten Zugabeforderung des Abends.

Danach folgt Metalcore mit Bloodline, der gut nach vorne treibt. Auch die genretypischen Posen (mit gesenkten Köpfen, eng nebeneinander Gitarrespielen, Headbanging, usw.) sitzen perfekt. Nur die Versuche, das Publikum zu animieren (Faust in die Luft, etc.) wirken etwas einstudiert.

Auch Bloodline bitten – als nunmehr dritte Band des Sprungbrett-Wettbewerbs – das Publikum, in die Hocke zu gehen. Freunde, wenn ihr das in einem Workshop gelernt habt, denkt daran, dass den eventuell auch andere Bands besucht haben. Außerdem ist das Ding tot, seit es Mike Skinner und The Streets auf ihrer 2008er Tour praktiziert haben (allerdings weitaus wirksamer in sehr viel größeren Hallen).

Bloodlines Studioversionen wirken dennoch etwas besser als sie es live darbieten. Noch krasser wirkt der Gegensatz zwischen den im Studio eingespielten Songs und der Livedarbietung bei dem darauf folgenden Act Marlenarium. Die One-Woman-Show Marlene hat wirklich coole Sounds, allerdings kommt der eh schon fragile Gesang live nicht zur Geltung, ihr ständiges schnelles Hin- und Hergelaufe auf der Bühne kommen diesem auch nicht zugute.

Den Abschluss bilden dann Inlier mit der besten Show des Abends. Die Abstimmung innerhalb der Band ist perfekt, man merkt, dass sie wohl schon viel zusammen gespielt haben. Die Pausen zwischen den Songs sind kurz, die Anmoderationen auf den Punkt.

Daher ist es keine große Überraschung, dass Inlier in der anschließenden Verkündung der beiden Gewinner den Publikumspreis absahnen, auch wenn es sehr sehr knapp war. Das macht aber nichts, denn Fragile Elephant bekommen den Jurypreis. Beide Bands freuen sich frenetisch über die 1.500,- EUR Förderung und feiern auf der Bühne minutenlang mit ihren Fans und später sogar draußen vor dem Feierwerk weiter. Alles Gute für die weitere Karriere!

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