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!!! (Chk Chk Chk) – Let It Be Blue

!!! oder auch Chk Chk Chk, wie man die kalifornischen Prog-Rocker eigenen Angaben zufolge aussprechen soll, geben an, ihr mittlerweile neuntes Studioalbum “Let It Be Blue“ größtenteils am Computer produziert zu haben. Nun ja – wir glauben den drei Ausrufezeichen.

Und trotzdem sind wir beeindruckt davon, was man alles aus so einer Rechenmaschine herausholen kann. Denn neben der intensiven Beatgewitter, für die Chk Chk Chk auch in der Vergangenheit schon großzügig in Soundarchiven vergangener Jahrzehnte herumgewühlt haben, finden sich auf “Let It Be Blue“ auch zahlreiche Instrumente mit Saiten – ja Saiten!

Schon der Album-Opener “Normal People“, der beim ersten Hören eher so klingt, als würde er das akustische und familienfreundliche rebranding der Band ankündigen, entpuppt sich spätestens beim zweiten Track des Albums als Inszenierung, wie ein ruhiger Prolog, der ironisch die Härte des restlichen Werkes kommentiert.

Und auch Tracks wie “Storm Around The World (feat. Maria Uzor)” setzen inmitten unzähliger Samples auf Gitarren, die zwischen Drums und Synths den Disco-Sound der Gruppe um eine weitere Ebene anreichern.

Was im Sound auf „Let It Be Blue” stetig mitschwingt, ist die ungedämpfte Energie der späten Neunziger und frühen Nuller-Jahre. Goof, Gloss und Groove, Ironie und unironische Euphorie vermischen sich bei Chk Chk Chk zum undurchschaubaren Sound-Potpourri.

Zum Schluss gibt es noch die sicherlich unironische Selbsterkenntnis. “This Is Pop“ wird mantraesk ins Mikrofon gehaucht – und auch das glauben wir den drei Chks. Was wir für die nächsten Jahren für die abwechslungsreiche Karriere der US-Amerikaner prognostizieren?

Mindestens noch zwei bis zehn Alben, die auch am Computer entstanden sind und mindestens einen Rechtsstreit mit den drei Ausrufezeichen, die seit 2006 als weibliches Pendant zu den drei Fragezeichen regelmäßig ermitteln und bald die 100 Fälle knacken.

Obacht – da bahnt sich der heißeste Charts-Beef seit Kanye West und Taylor Swift an. Vielleicht auch nicht, aber eine ernsthafte Prognose für die Zukunft der Band wäre definitiv unvernünftiger.

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