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Au Suisse – Au Suisse

Manchmal ist weniger mehr: Nur mit zuckenden Synthies und einer mystischen Atmosphäre im Gepäck sorgten die beiden Au-Suisse-Verantwortlichen Kelley Polar und Morgan Geist vor einigen Wochen für viel Aufsehen in der Elektro-Pop-Szene. Mit ihrer Debütsingle “Control” landeten die beiden Amerikaner sofort einen Volltreffer.

Nach der ersten Sound-Rakete folgt nun das komplette Feuerwerk in Form eines Studioalbums, das Erinnerungen weckt, beruhigt, betört und in seinen ekstatischeren Momenten auch zum Zappeln einlädt.

“Thing” ist beispielsweise so ein Song, bei dem man das Bedürfnis verspürt, sich einfach nur tanztechnisch gehenzulassen. Ein funky Bass, ein stoischer Beat und die mit viel Hall unterfütterte Engelsstimme von Sänger Kelley Polar fungieren als Wegweiser in Richtung Tanzfläche.

Tief im synthetischen Pop der achtziger Jahre verwurzelt, wecken Au Suisse Erinnerungen an gebügelte Bundfaltenhosen, geföhnte Scheitelfrisuren und zwirbelnde Beine unter der flimmernden Discokugel. Polar und Geist zielen dabei aber weniger auf gängige Strukturen und die ganz großen Refrains, sondern lassen ihre Musik lieber von verschiedenen, sehr intensiv inszenierten Atmosphären und Stimmungen tragen.

Wahlweise aufgeregt (“Pain & Regret”), tiefenentspannt (“Savage”), geheimnisvoll (“Vesna”) oder verträumt (“Eely”) gewähren Au Suisse Einblicke ins musikalische Seelenleben. Diese dürften vor allem von Hörern gefeiert werden, die sich nur allzu gerne in emotionsgeladenen Synthie-Pop-Vibes suhlen und eine musikalische Befeuerung aus der Maschine jederzeit einer handgemachten Klangdarbietung vorziehen.

Mit ihrer sehnsuchtsvollen Symbiose aus Alt und Neu pflastern Au Suisse einen Soundpfad zwischen Kuschel-Lounge und Dancefloor, der durchweg zu überzeugen weiß.

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