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Death Cab For Cutie – Asphalt Meadows

Manchmal fühlt sich Musik an wie Nachhausekommen. Egal wo man sich gerade auf diesem Planeten befindet, egal wie beschissen der Tag oder wie verzweifelt die aktuelle Weltlage, da gibt es diese eine Stimme, die zumindest für einen kurzen Moment alles erträglicher macht. Death Cab For Cutie ist genau so eine Band und das beweisen die Indie-Rock-Veteranen mit ihrem zehnten Studioalbum „Asphalt Meadows“ einmal mehr.

Allein schon der Titel. Simpel und trotzdem so treffend für alle, die diesen Hochsommer in der Stadt verbracht und statt Abkühlung im Schatten von Bäumen oder am Seeufer nur brennende Betonfläche unter ihren Füßen gespürt haben. Und selbst, wenn sich ein Stückchen Wiese in der Stadt fand, war die vorherrschende Farbe braun. Die höllischen Folgen des Klimawandelns waren bei dem ausbleibenden Regen und der nicht enden wollenden Hitzewelle subtiler, täglicher Begleiter.

All‘ das sind Themen, mit denen sich Death Cab For Cutie auf „Apshalt Meadows“ auseinandersetzen. Man kommt nicht umhin bei Ben Gibbards klarer Stimme, die nach besagter Heimat klingt, ein besonderes Augenmerk auf die Lyrics zu legen. Seine Gedanken zur Midlife-Crisis, den schlechten Zeiten im Leben, der Vergänglichkeit und der Kostbarkeit jedes einzelnen Moments hüllt das Quintett wie immer in eine grazile Hülle aus Indie-Rock, der mal introvertierter, mal lauter und teilweise sogar experimentell um die Ecke kommt.

Dass Death Cab For Cutie sich vor vorsichtigen Fußstapfen außerhalb ihrer Komfortzone nicht scheuen, bewiesen in der Vergangenheit bereits Songs wie das achtminütige „I Will Possess Your Heart“, dessen mantraartiges Bassriff den Startschuss für eines der schönsten Crescendi im Death-Cab-For-Cutie-Universum liefert. Neben „Transatlanticism“ natürlich.

„Foxglove Through The Clearcut“ ist auch so ein Experiment, allerdings in eine andere Richtung. Der Sprechgesang auf sphärischen Klangflächen zu Beginn wirkt zunächst ein bisschen befremdlich, aber dann setzt plötzlich der Trommelwirbel ein und man fühlt sich dank des stoischen Schlagzeugs zurückkatapultiert zu „Transatlanticism“.

Und spätestens beim zweiten Hören hat man sich an Ben Gibbard als Beatpoet gewöhnt und stellt zum epischen Finale des Songs gerne fest, dass Death Cab For Cutie die Ausbrüche im geschützten Rahmen auch nach 25 Jahren Bandgeschichten noch gelingen.

Gegen starke Songs wie dem dringlichen „Roman Candles“ oder dem Opener „I Don’t Know How To Survive“, der mit groovigem Intro lässig vor sich hin tanzt, bevor ein kurzer Gitarrenausbruch den Zuhörer wachrüttelt, wirkt „Pepper“ mit sehr popaffinem Refrain trotz Beatles-Referenz etwas beliebig, bleibt damit aber die Ausnahme auf „Asphalt Meadows“.

Schön, dass es doch noch Dinge gibt, auf die Verlass ist. Death Cab For Cutie können einfach kein schlechtes Album machen.

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