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Quinn Christopherson – Write Your Name In Pink

„Write Your Name In Pink“, das neue Album von Quinn Christopherson, endet mit dem Song, mit dem für ihn alles begann. Aus Tausenden von Einsendungen gewann er mit „Erase Me“ den Wettbewerb des weltbekannten Radiosenders NPR und durfte seine Musik bei einem der legendären Tiny-Desk-Konzerte zum Besten geben.

Aber erstmal von vorne. Der Titel seines Debütalbums lässt es bereits vermuten. Quinn Christopherson setzt sich in seiner Musik viel mit Identitätsfragen auseinander. Aufgewachsen ist er in Alaska mit indigenen Eltern. Mittlerweile lebt er als Trans-Mann. Alle diese komplexen Thematiken beleuchtet er auf „Write Your Name In Pink“ mit unaufdringlichem Indie-Pop, der nur selten Gefahr läuft, beliebig zu werden.

„2005“ beispielsweise nimmt einen gleich zu Beginn gefangen. „I wanna go back / To simpler times“ heißt es da im Intro zu einem akustischem Gitarrenriff, bestimmter Bass-Drum und Christophersons samtigen Gesang. Ja, wer will das nicht? 2005 war die Welt noch in Ordnung, oder? Fühlte sich zumindest so an. In den nächsten Minuten baut sich „2005“ durch immer neue Klänge organisch zu einem Popsong auf, in dessen Nebel man sich in Nostalgie verlieren kann.

Viele Songs auf „Write Your Name In Pink“ liebäugeln mit dem Dream-Pop. Trotz einiger Uptempo-Nummern, wie beispielsweise „Uptown“, liegt der Platte ein verträumter Vibe aus blubbernden Synthieflächen zu Grunde, der in weiter Entfernung an die Slowdance-Könige Cigarettes After Sex erinnert.

Zumindest, bis man beim fulminanten Finale „Erase Me“ angelangt, das mit seiner Rohheit begeistert. Direkt zu Beginn setzt der Songs sich von den restlichen ab. Statt Klangflächen und elektrischen Beats, startet „Erase Me“ mit Gitarrenpicking, bevor Quinn Christopherson relativ unaufgeregt rezitiert. „I used to have long hair / I used to smile when I walked / I used to be someone I hated / I used to cry a lot”.

Wenige Zeilen später schreit sich Christopherson die Seele aus dem Leib: „Cause I got a voice now / I got power / But I can’t stand it (…) I’m tired of people trying to erase me“. Seine Stimme klingt, als wäre sie kurz vor dem Zerreißen und dieser überraschende Ausbruch an Emotionalität macht „Erase Me“ so besonders.

So schnell wird „Write Your Name In Pink” niemand mehr ausradieren.

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