Das Duo Aiming For Enrike entscheidet sich bei ihrem fünften Album “Empty Airports”, das morgen erscheint, für einen minimal-invasiveren Sound als ihre Vorgänger. Denn: es schafft einen Soundtrack für die Zeit der Pandemie. Dabei vertonen die Elektro-Künstler eine gewaltige Klangwelt, die von hier einmal zum Mars reicht.

Angelehnt an elektronische Ambient-Größen wie Thom Yorke und Nils Frahm nehmen sich die Beiden Zeit, um in ihrem ersten Doppelalbum die Sozialisierungen während der Covid-19-Pandemie zu reflektieren, wie schon der Titel impliziert.

Gitarrist Simen Følstad Nilsen beschreibt die Herangehensweise so: “Minimalism, which has always been an important part of our expression, is now cultivated to a much greater extent. When the rush to fulfill musical expectations is abounded, it gives the music more space to become more hypnotic and mesmerizing than before.”

Ungewöhnlich an der Promotion der Platte ist, dass und in welch kurzer Frequenz Singles veröffentlicht wurden. Denn erst 2022 droppte das Duo eine EP, “The Rats And The Children”, auf der der Titeltrack sowie “Empty Airports Pt.2” und “Empty Airports Pt.3” bereits zu finden waren.

Die Balance auf der ersten Seite der Platte ist ausgewogen: Zu Beginn führt leise und fragil “Empty Airports Pt. 1, 2 & 3” ein und erschafft einen Soundtrack zu den ausgestorbenen Flughäfen während des Lockdowns. Doch zum Ende hin bäumt sich der Sound und seine Dynamik immer weiter aus, bis der Hörer zuletzt bei “Feel No Threat / Absent Lovers” ankommt.

Der 12-Minuten-Koloss nimmt sich viel Zeit, eine übermannende Energie aufzubauen. Psychedelisch verzerrte Töne wabern im Hintergrund, während an der Front zwei Gitarren versetzt der Tonleiter entlang zupfen. Das Tempo wird schneller und durch handliche Percussion unterstützt.

Zum Ende des Tracks kehren dann die entschleunigenden, elektronischen Elemente zurück; der melodische Ausbruch wird in minimalistische Beats zurück gedrückt. Das Zusammenspiel von Minimal-Ambient und Indietronica wird dann auf der zweiten Hälfte mit einem Schwung neuer Tracks erkundet.

Aber nicht nur die Songs auf dem Doppelalbum sind im elektronisch-fragilen Sound, der fingerfertig aufbereitet ist. Auch das Artwork für das Cover, gestaltet von Thor Melin, ist eine Collage aus vielen Schnipseln verschiedener Bilder und Gemälde, die es alle als NFTs zu kaufen gibt.

Ab dem 20. Januar gibt es das Doppelalbum zu hören, das via Jansen Records erscheint.

Facebook
Twitter

Schreibe einen Kommentar

Login