Wer sich einmal mehr davon überzeugen möchte, dass Efterklang ein Spektrum von elektronischer Kammermusik bis Breitwandsound, vom nerdigen Art-Pop bis zur fesselnden Melodie beherrschen, der liegt bei „Thing We Have In Common“ richtig.

Die Dänen, zuletzt auch in einer Dokumentation ihres Trips durch Nordmazedonien präsent, tauchen wieder tief in ureigene Klangvisionen ein, lassen verschlungene Kompositionen in unendliche Weiten münden, in denen organische und synthetische Töne verschmelzen.

Mit „Balancing Stones“ stellt das Trio, hier mit der guatemaltekischen Cellistin und Sängerin Mabe Fratti als Feature-Gast, ein episches Stück an den Beginn der Platte, dessen schwebende Grundierung von Keyboardfanfaren gebrochen wird, Casper Clausen singend nach den Fenstern zur Seele sucht.

Er, Mads Brauer und Rasmus Stollberg, denen auf dieser Platte Ex-Mitglied Rune Mølgaard zur Seite stand, der nach einer spirituellen Selbstfindung auf dem Gros der Stücke zum inhaltlichen Tiefgang beiträgt, liefern Stück für Stück emotionale Klangfacetten, die sich, von Grammy-Gewinner Francesco Donadello abgemischt, in differenzierten Arrangements ausdrücken.

War auf der ersten Auskopplung „Getting Reminders“ noch die Trompete von Beiruts Zack Condon ein markantes Element, das sich harmonisch mit der Intimität der akustischen Gitarre verband, setzen Efterklang auch auf der 7. Ausgabe wieder auf die beflügelnde Zusammenarbeit mit den Damen von Sønderjysk Pigekor.

Der Chor ist als Background mehr als nur ein Stilmittel für das kraftvolle „Animated Heart“, lässt seine Stimmkraft im Verbund mit Clausens sphärischen Gesang wie schon auf früheren Werken der Wahlberliner den Gedanken an Sigur Rós aufkeimen.

Die knarrenden Saiten der Elektrischen rufen nach der „Ambulance“, wird „Leave It All Behind“ vom Piano getragen, dessen weiche Linien Weltraum-Effekte kreuzen, vollzieht sich der „Shelf Break“ mit dem Sog der Drums, folgt dem sanften Dahinfließen von „Sentiment“ via „To A New Day“ am Schluss der positive Blick voraus.

Freundschaft, Zugehörigkeit, Glauben und Verständnis sollten thematisches Credo der Platte sein – das haben Elfterklang mit „Things We Have In Common“ akustisch eindrucksvoll umgesetzt.

Schreibe einen Kommentar

Das könnte dir auch gefallen

Album

Imarhan – Essam

Album

SPRINTS – All That Is Over

Album

McKinley Dixon – Magic, Alive!

Login

Werde MusikBlog-Mitglied!

Werde MusikBlog-Fan-Mitglied und du kannst Alben als Favorit markieren und deine eigenen Jahres-Charts erstellen.

Erlaube Benachrichtigungen OK Nein, danke