2019 setzte Bishop Briggs mit „Champion“ ein breitschultriges Statement. Fünf Jahre später geht es mit „Tell My Therapist I’m Fine“ ähnlich selbstbewusst weiter. Aber: Da wo vorher synth-getragener Alt-Pop den Ton angab, pulsiert jetzt waschechter Pop-Punk.

Damit das dritte Album der britischen Künstlerin dieses Genre-Siegel auch offiziell tragen darf, ist natürlich auch Feature-Tausendsassa Travis Barker bei einem Song dabei. Doch schon ab dem ersten Takt des Openers „Serotonin“ merkt man – diese Kombination aus Briggs und schnellem, Riff getragenen Rock ergibt einfach Sinn.

Bishop Briggs könnte mit ihrer Stimme sicher den Strom einer ganzen Stadt in einer Albumlänge produzieren, so intensiv und kraftvoll füllt sie jeden Spalt der Hörgänge. Auf ihren ersten beiden Platten kamen die Arrangements teils gar nicht hinter dieser Grandezza hinterher und wirkten im Vergleich gar etwas blass.

Auf „Tell My Therapist I’m Fine“ ist das jetzt anders. Der lässige Vibe steht diesem mächtigen Timbre bestens und intensiviert das leicht übersteuerte Element der Darbietung sogar noch.

Auch zur inhaltlichen Ebene ist dieser neue Sound das Perfect Match: Wenn Briggs singt „Nothing Can Hurt Me Now“ („Hurt Me Now“) oder in tiefster Sehnsucht wünscht „Kiss Me So Hard That I Pass Out“ („Mona Lisa On A Mattress“), wird jedes Gefühl durch die pointierte Riff-Arbeit noch verstärkt.

Auch wenn Briggs mit dieser Platte sicher in musikalischen Gefilden von Acts wie Olivia Rodrigo oder Willow schwimmt, hat ihr Sound dabei eine gewisse Altersweisheit inne – ohne aber an Spielspaß zu verlieren.

Akzentuiert werden so zum Beispiel die obligatorische wunderschöne Ballade „Growing Pains“ oder das fließende introspektive Synth-Pop-Stück „Good For Me“ in der Tracklist eingewoben.

In jeder Zeile spricht „Tell My Therapist I’m Fine“ von einer Emanzipierung – mit den Lyrics, aber auch mit dem eigenen Sound. So ästhetisch dicht wie hier war Bishop Briggs auf Albumlänge noch nie.

Und auch, wenn die textliche Ebene offenbart, dass der Titel nicht zu 100% ernst gemeint ist: Bishop Briggs scheint es nach fünf Jahren wirklich besser zu gehen. Und man möchte ihr dabei sehr, sehr gerne zuhören.

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