Nina Caroline veröffentlicht morgen ihre neue Single „Radio Silent“. Das Musikvideo dazu feiert heute bei MusikBlog Premiere.
Die Berliner Künstlerin hat mit diesem Track einen emotionalen Volltreffer gelandet, der sich wie ein warmer Sommerregen über die Indie-Szene legt. Nina Caroline zeigt hier, dass authentische Gefühle und cleveres Songwriting eine unschlagbare Kombination ergeben.
Entstanden ist der Song in einer Phase, die wohl viele kennen: Der Ex ghostet einen, die Freund*innen planen fröhlich ihr Sommerprogramm, und man selbst sitzt da wie ein Handy im Flugmodus – physisch anwesend, aber emotional nicht erreichbar.
„Ich habe den Song letzten Sommer geschrieben nachdem mich mein Ex blockiert hat“, erzählt Nina Caroline mit der Direktheit, die ihren Texten ihre Stärke verleiht. Die Flucht aus der Stadt wird zum Soundtrack für alle, die schon mal vor ihren eigenen Gefühlen davongelaufen sind.
Musikalisch bewegt sich der Track in bester Indie-Pop-Tradition zwischen Clairo und Phoebe Bridgers – ohne dabei wie eine Kopie zu klingen. Das verdankt Nina Caroline auch der Zusammenarbeit mit Produzent Birk Buttchereyt, der bereits mit Catt, Lea und Tiflis Transit gearbeitet hat. Die Chemie zwischen den beiden stimmte offenbar vom ersten Moment an, und das hört man auch.
Besonders gelungen ist das Finale des Songs, das Nina Caroline selbst als ihren „Favourite“ bezeichnet. „Es kommt irgendwie unerwartet, aber es ist gleichzeitig auch total schlüssig“, beschreibt sie die Stelle, an der verschiedene Vocal-Performances Trauer, Angst, Sturheit, Wut und Frust transportieren.
Dass Nina Caroline weiß, wovon sie singt, beweist ihr Werdegang: Mit 11 gewann sie bereits „Dein Song“ bei ZDF KIKA, studierte später in England Musik und knüpfte internationale Kontakte. 2024 wagte sie schließlich den Sprung ins komplett DIY-Universum – und siehe da, auch ohne großes Budget fanden ihre Songs ihr Publikum. Festival-Bookings und eine Supporttour für Zeck folgten prompt.
Für Ende 2025 plant Nina Caroline ihre erste EP, die sie aktuell mit Birk Buttchereyt im Funkhaus Berlin aufnimmt. Wenn die weiteren Songs auch nur annähernd so authentisch und eingängig werden wie dieser sommerliche Herzschmerz-Soundtrack, dürfte das ein ziemlich starkes Debüt werden.
„Radio Silent“ ist der Beweis, dass authentische Gefühle die besten Songs schaffen. Ein Track, der definitiv im Gedächtnis bleibt.
Das von Bela Moritz gedrehte Video zu dem Song zeigt Nina in verführerisch-ironischer Ästhetik, wie sie mit einem Skelett verschiedene Boyfriend-Aktivitäten durchführt wie Eisessen unter Pastellsonne, Candle-Light-Dinner im Schummerlicht, verliebtes Schweigen am Seeufer, während der Abendhimmel wie ein überbelichtetes Polaroid verglüht.
Offenbar ist das Skelett eine Metapher für Ninas Ex-Freund, der somit für sie gestorben ist. Am Ende des Videos sieht man das Skelett – scheinbar aus Versehen – am Steg des Sees umkippen und ins Wasser fallen, was für Nina wohl die finale Verarbeitung ihrer Beziehung darstellt.
