TOPS haben diese Woche ihre neue Single „Annihilation“ veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem neuen Album „Bury The Key“, das am 22. August via Ghostly International erscheint.
Während die Welt draußen mal wieder am Abgrund taumelt, liefern TOPS mit ihrer neuen Single „Annihilation“ den passenden Soundtrack zu der kollektiven Existenzkrise – allerdings mit so viel Groove, dass man fast vergisst, dass alles den Bach runtergeht. Der Track und zeigt die kanadische Band von einer deutlich düstereren Seite, als wir sie gewohnt sind.
Entstanden ist „Annihilation“ aus einer kreativen Herausforderung für Drummer Riley Fleck, der diesmal die Führung übernehmen sollte. Das Ergebnis: schnelle Hi-Hats, prägnante Fills und Four-on-the-Floor-Beats, die dem Song eine unwiderstehliche Dringlichkeit verleihen.
Geschrieben kurz nach dem Tod von Ryuichi Sakamoto und Sinéad O’Connor, wird der Track zu einer Hommage an eine verschwindende Kulturlandschaft. „All the greatest men and women die my friend“ – dieser Vers trifft wie ein elegant verpackter Schlag in die Magengrube, während der futuristische Refrain an Yellow Magic Orchestra erinnert.
TOPS beschreiben ihre Musik als Navigationshilfe für „eine Welt am Rande des Kollaps“ – eine Einschätzung, die angesichts der aktuellen Weltlage treffend erscheint. Doch statt in Weltuntergangsstimmung zu versinken, predigen sie eine Mischung aus „Selbstzufriedenheit und Hingabe“, die irgendwie beruhigend wirkt.
Das neue Album „Bury The Key“ markiert eine deutliche Stilwende für die Musiker*innen. Sängerin Jane Penny erklärt: „Wir werden immer als eine sanfte Band angesehen, oder als naiv oder freundlich auf kanadische Art, aber wir haben es uns zur Herausforderung gemacht, die Welt um uns herum wirklich zu kanalisieren.“ Diese selbstironisch als „böse TOPS“ bezeichnete Transformation führt die Band in düsterere Disco-Gefilde, ohne dabei ihre Eleganz zu verlieren.
Seit ihren Anfängen in Montreals DIY-Szene der frühen 2010er Jahre haben TOPS bewiesen, dass Langlebigkeit im Musikbusiness kein Zufall ist. Mit Jane Pennys ausdrucksstarker Stimme, David Carrieres glänzenden Hooks, Riley Flecks rhythmischer Präzision und Marta Cikojevics kreativer Erweiterung seit 2017 funktioniert diese Band wie ein perfekt eingestelltes Uhrwerk – nur eben mit deutlich mehr Seele.
„Annihilation“ zeigt exemplarisch, wohin die Reise für TOPS geht: weg von der sanften Naivität, hin zu einer Musik, die den Wahnsinn der Welt einfängt, ohne dabei die Hoffnung zu verlieren. Ein Song über das Ende, der paradoxerweise wie ein Neuanfang klingt – und nebenbei beweist, dass Weltuntergangsstimmung durchaus tanzbar sein kann.
