Fundamental brachial und plärrend marodieren Gasket auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum in gut 25 Minuten einmal durch die die Metal-, Hardcore und Punk-Genres. Nach den 2023 und 2024 erschienenen EPs „Dull The Needle“ und „Babylon“ liefert das Quartett rund um Shouter Flynn Zimmer einen weiteren Beitrag zur Baltimorer Metalszene.

Dabei heben sich Gasket von den Lokalmatadoren Under The Ice durch einen noch direkteren, noch wütenderen Sound ab, der kompromiss- und gnadenlos Tracks wie „Pure Existence“ mit Riffbrechern niederknüppelt, „Die Trying“ als Bass King Kong das Trommelfell bearbeitet oder „Blood To Bone“ mit Punkattitüde plärrend zartere Gemüter verschreckt.

Gasket sind angepisst, wütend und suchen nach Ihrer eigenen Identität. Das wird bei „Not Your Breed“ oder „In Vino Veritas“ deutlich, wenn Flynn Zimmer schwer atmend, mit Wucht für seinen Standpunkt einsteht.

Von Frustration geprägt scheint Flynn Zimmer „The Clod“ auch zu seiner eigenen Therapieform zu ernennen.

Kein Wunder, dass das Album mit gerade mal 25 Minuten Spielzeit eher kurz ist, die prägende Intensität von Gasket hält sicher länger vor. Das liegt auch an der deutlichen Beeinflussung von Bands wie Code Orange, die eine ähnlich aggressive Herangehensweise an den Sound haben.

Auf den neun Tracks finden sich kaum Verschnaufpausen, wenn man kurze Gitarrensoli oder Momente der Rhythmik als solche überhaupt bezeichnen kann. So lässt „Not Your Breed“ etwa dissonante Saiteneffekte wie meditative Entspannungsmusik klingen, wenn schon 20 Sekunden später die Bassartillerie die Bühne zum Beschuss freigibt.

„Bricksucker“ offenbart die rohe Produktion des Albums. Röhrende Bassläufe treffen auf verzerrte Riffs, die immer wieder arhythmisch entgleitend von Flynn Zimmers Shouts eingefangen werden, Der Schlagzeuger zerhackstückt die Reste zu rohen Metalklumpen und präsentiert es uns als fertige Produktion.

Gasket stehen für diese DIY Mentalität. Ungeschliffen, roh und brachial ist „Gasket“ wie ein Eisbad bei Minusgraden oder ein Ziegelstein in den Nacken.

Wer sich damit identifizieren kann, wird seine Freude haben und kurzweilig bestens unterhalten werden. Für alle anderen könnte der brachiale, unmittelbare Reality Check von Gasket für einen Hörsturz sorgen.

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