Zum Start des Jahres gibt es für Indie-Rock-Fans direkt eine große Empfehlung für die Newcomer*innen-Liste: ISE bringt mit „Suitcase Child“ ihr Debütalbum an den Start und klettert mit ihrem rauen Timbre direkt in alle Herzen.
Schon mit 17 Jahren konnte die Belgierin mit dem analogen, immer auch melancholischen Sound etwas Buzz erzeugen – es folgten Touren mit großen Acts wie Hozier oder Fantastic Negrito. 2026 ist nun zwei Jahre später der Moment für noch mehr Hype und „Suitcase Child“ der perfekte Beweis.
Für Fans von sanftem Indie mit intensiven Stimmen wie Brandi Carlile oder Porridge Radio ist dieses, immer auf der Klinge tanzende, Songwriting eine unmissverständliche Ansage.
Musikalisch bleibt es dabei schlicht: Gitarre, ein wenig Background-Sphären, ab und an kleinere Gesangsharmonien – und ein Klavierstück ist natürlich auch dabei.
Im Fokus steht ganz klar die kratzige Stimme der jungen Ise Smeets, die zu jeder Sekunde mit voller Inbrunst in die Töne steigt. Im Finale von „Remember?“ lässt sich aber bestens erleben, dass im Volumen noch mehr steckt, wenn ISE in die Kopfstimme klettert.
Wie es sich für ein Debüt gehört, ist „Suitcase Child“ eine Vertonung der eigenen Unsicherheiten, Gedanken und Gefühle der Jugendzeit. Des Großwerdens (nachhörbar in „Kid“), der Scheidung ihrer Eltern („Driveway“), dem Abschied von lieben Menschen („Held You Longer“) – Dinge, mit denen sich viele Referenzflächen mit anderen Personen ergeben werden.
Über weite Strecken bleibt „Suitcase Child“ bei diesen Geschichten, geleitet von einer introspektiven Intimität, die eher folkiges Storytelling abruft als die große Geste. Kleine Momente wie die von Gitarren getragenen Refrains vom großen „When You Are Around“ erinnern an eine gewisse Y2K-Nostalgie. Im guten Sinne.
Beeinflusst von den Größen wie Alanis Morrissette oder PJ Harvey veröffentlicht ISE mit „Suitcase Child“ also eine recht einfache Platte: Einfach im Sinne von genau richtig für alle, die klassischen Indie-Rock mit viel Persönlichkeit suchen und im besten Fall auch noch eine Vorliebe für intensiven Gesang haben. Experimente sind da gar nicht nötig.
