Snail Mail hat heute ihre neue Single „Dead End“ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem neuen Album „Ricochet“, das am 27. März via Matador Records erscheint.

Die neue Single zeigt Snail Mail, bürgerlich Lindsey Jordan, in einem introspektiveren Modus als zuletzt: „Dead End“ blickt wehmütig zurück auf jene Teenagertage, als das größte Abenteuer noch darin bestand, in irgendeiner Sackgasse abzuhängen und mit Freund*innen zu rauchen. Keine großen Träume, keine Zukunftsängste – nur der Moment. Doch genau diese Unbeschwertheit scheint unwiederbringlich verloren.

Der Perspektivwechsel kommt nicht von ungefähr. Während ihre ersten beiden Platten vor allem emotionales Liebeschaos dokumentierten, nimmt ihr drittes Album „Ricochet“ existenziellere Dimensionen in den Blick: Vergänglichkeit, Sterblichkeit und die beklemmende Stille, wenn man spürt, wie das Vertraute allmählich verschwindet.

Verblassende Freundschaften, verlorene Leichtigkeit, emotionale Distanz – das Album handelt von der Angst vor der Flüchtigkeit des Guten, eine Erkenntnis, die wohl mit dem Älterwerden kommt.

Entstanden ist „Ricochet“ in einer Phase tiefgreifender Veränderungen, darunter Snail Mails Umzug von New York City nach North Carolina. Musikalisch verbindet das Album präzise Lyrik mit ausgreifenden Melodien, Streicharrangements und hypnotischen Texturen – angelehnt an die strahlende Seite des Alternative-Rock der 90er: die sonnigen Momente der Smashing Pumpkins, frühe Radiohead-Jahre oder Shoegaze-Sounds von Catherine Wheel.

Die Songs auf dem letzten Album „Valentine“ von 2021 schafften laut MusikBlog-Review „musikalisch erneut spielerisch den Spagat zwischen den beiden Welten – der des Pop und der des Indie“. Diese Balance scheint Jordan auch auf „Ricochet“ zu halten, während sie ihre künstlerische Vision gleichzeitig in neue Gefilde erweitert.

Inspirationsquellen finden sich auch außerhalb der Musik: Charlie Kaufmans Film „Synecdoche, New York“ dient als wichtiger Bezugspunkt, während der Song „Nowhere“ von Laura Gilpins Gedicht „The Two-Headed Calf“ inspiriert wurde. Aufgenommen wurde das Album gemeinsam mit Produzent und Bassist Aron Kobayashi Ritch.

Das Musikvideo zu „Dead End“ von Elsie Richter und Lindsey Jordan übersetzt die emotionale Frustration in eindringliche Bilder: Während der Dämmerung wird Snail Mail im Wald und auf Wiesen von einer mysteriösen Lichtgestalt heimgesucht. Feuerwerke sowie rotes und blaues Licht visualisieren die innere Zerrissenheit – bis sie dem Lichtwesen schließlich direkt gegenübersteht.

Über den Dreh erzählt Jordan: „Wir haben an irgendwelchen Orten in North Carolina gedreht, zwischen 17:00 Uhr und 4:00 Uhr morgens. Es war eine der kältesten Nächte meines Lebens. Wir wollten mit dem Feuerwerk eigentlich unauffällig bleiben, aber irgendjemand hat dann doch die Cops gerufen.“

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