Steph Gold aus Mitterteich in der bayrischen Oberpfalz hat letzte Woche ihre neue Single „Lullaby“ veröffentlicht. Sie stammt von ihrer kommenden Debüt-EP „Her Portrait“, die bald erscheinen soll.
„Lullaby“ beginnt reduziert mit Klavier und öffnet sich dann zu einer voll instrumentierten, dynamischen Bandproduktion.Der Song ist weit mehr als nur ein Schlaflied; es ist eine intime Bestandsaufnahme des Abschieds und der verbleibenden Leere.
Getragen von einem minimalistischen, fast schon sakralen Klavierspiel, entfaltet sich Steph Golds Stimme mit einer Zerbrechlichkeit, die die Hörer*innen unmittelbar an den Rand einer tiefen, emotionalen Schlucht führt. Wo zeitgenössische Pop-Balladen oft in den Kitsch abgleiten, bewahrt dieses Stück eine würdevolle Distanz.
Die Produktion setzt auf bewusste Reduktion: Jeder Anschlag der Tasten scheint den Raum für die Trauer erst zu vermessen, während sich im Hintergrund eine subtile orchestrale Ebene aufbaut, die den Schmerz nicht übertönt, sondern ihm ein tragfähiges Fundament gibt.
„Lullaby“ ist die musikalische Entsprechung eines verblassten Schwarz-Weiß-Fotos, das gleichzeitig Trost spendet und die Unwiederbringlichkeit des Augenblicks betont.
Textlich verhandelt der Song die schmerzhafte Lücke, die der Verlust eines geliebten Menschen hinterlässt, ohne dabei in einfache Klischees zu verfallen.
„You’re no longer by my side“, singt Steph Gold mit einer Klarheit, die gänzlich ohne stimmliche Akrobatik auskommt und gerade deshalb so präzise trifft. Der Song entwickelt sich zu einer tänzerischen Auseinandersetzung mit der Angst vor dem Vergessen und der Endgültigkeit des letzten Lebewohl.
„Lullaby“ wirkt wie ein notwendiger Ruhepol; ein Stück Musik, das es wagt, die Stille auszuhalten und die Melancholie als integralen Teil des Seins zu begreifen. Steph Gold beweist hier ein feines Gespür für jene leisen Zwischentöne, die am Ende oft am lautesten nachhallen.
https://www.instagram.com/stephgold___/
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