Daughter haben gestern ihre neue Single „Not Enough“ inklusive Lyric-Video veröffentlicht.

Die Geschichte dahinter ist fast so schön wie der Song selbst: „Not Enough“ entstand ursprünglich während der Sessions zum zweiten Album „Not To Disappear“ von 2016, fand damals aber keinen Platz auf der Tracklist.

„Wir haben den Song immer geliebt. Wir haben ihn sogar ein paar Mal live gespielt, bevor er wieder als Demo auf einer Festplatte verschwand“, erklärt die Band. Ein Jahrzehnt später holten Elena Tonra, Igor Haefeli und Remi Aguilella das verschollene Stück aus der Schublade und bescherten ihren Fans ein verspätetes Jubiläumsgeschenk.

Im November 2025 trafen sich Daughter erstmals seit Längerem wieder gemeinsam in London – bei drei Mitgliedern, die mittlerweile über verschiedene Städte verteilt leben, durchaus eine logistische Herausforderung.

Im Total Refreshment Studio nahmen sie „Not Enough“ auf, produziert von Igor Haefeli und gemischt von Nicolas Vernhes, der auch schon am Original-Album mitwirkte. „Da wir zuletzt viel aus der Ferne gearbeitet haben, fühlte sich diese Session wie früher an“, so die Band.

Auf Social Media bedankten sich Daughter bei ihren Hörer*innen: „‚Not To Disappear‘ nahm uns mit auf unglaubliche Abenteuer rund um die Welt, wo wir so viele wundervolle Shows spielen durften, die wir bis heute in Ehren halten.“

Und diese Shows waren keine kleine Nummer: Nach dem Release im Januar 2016 stieg das Album in die britischen Top 20 ein. Im damaligen MusikBlog-Review hieß es: „In der Sparte düster-melancholischer Indie-Pop/Rock sind Daughter ganz vorne mit dabei!“.

Es folgten ausgedehnte Tourneen durch beide Amerikas, Australien und Asien, gekrönt von einem ausverkauften Konzert in der ehrwürdigen O2 Academy Brixton.

Die Band aus London, 2010 gegründet, hat seither einiges auf dem Buckel: zwei Top-20-Alben, einen Videospiel-Soundtrack mit Ivor-Novello-Nominierung und das letzte Album „Stereo Mind Game“ von 2023, ein Album, das laut MusikBlog-Review „zwischen getragenem Post-Rock und Dream-Pop vom Schlafzimmer aus ein ganzes Universum einfängt.“

„Not Enough“ ist somit nicht nur ein archäologischer Fund aus kreativen Hochzeiten, sondern auch Beweis dafür, dass manche Songs einfach ihre Zeit brauchen. Zehn Jahre Reifezeit im digitalen Keller können Wunder wirken.

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